Hoher Spritverbrauch

Müllwagen der BSR verbrauchen mehr als 80 Liter Diesel

Der BSR-Fuhrpark muss modernisiert werden. Dutzende Müllwagen entsprechen nur der Abgasnorm Euro 3. Der Verbrauch ist gigantisch.

Müllwagen der BSR verbrauchen teilweise über 80 Liter Diesel auf hundert Kilometern (Archiv)

Müllwagen der BSR verbrauchen teilweise über 80 Liter Diesel auf hundert Kilometern (Archiv)

Foto: dpa Picture-Alliance / Tobias Kleinschmidt / picture-alliance / Tobias Kleins

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) modernisiert ihren Fahrzeugbestand. Unter den insgesamt knapp 1300 Nutzfahrzeugen sind 150 mit Erdgas betriebene Müllsammelfahrzeuge, 60 Fahrzeuge haben einen Elektromotor. Das teilte die Senatswirtschaftsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe mit, die der Berliner Morgenpost vorliegt.

Der weitaus größte Teil der Fahrzeuge wird aber mit Dieselmotoren angetrieben. Darunter sind 75 Fahrzeuge, die bestenfalls die Abgasnorm Euro 3 erfüllen. 364 Fahrzeuge genügen der Norm Euro 4, gut 500 Fahrzeuge Euro 5 und 166 Euro 6. Die 150 Erdgasfahrzeuge erfüllen den europäischen EEV-Abgasstandard für Busse und Lkw, der die Euronorm 5 übertrifft und das Fahrzeug für die Umweltzone legitimiert. Bei ihrer Pkw-Flotte ist die BSR bereits umweltschonender unterwegs: 54 Autos haben Elektromotoren, 55 erfüllen die Abgasnorm 5, weitere 43 die Norm 6. Für einen Pkw gibt das Unternehmen Euro 4 an.

Auch kleinere Transporter brauchen mehr als 20 Liter

Der Kraftstoffverbrauch der Nutzfahrzeuge ist teilweise erheblich. Für die großen Abfallsammelfahrzeuge, die bis zu 26 Tonnen Gesamtmasse aufweisen, wird er mit knapp 82 Litern Diesel auf 100 Kilometer bei der Abgasnorm 5 angegeben. Bei der Euronorm 6 sind es immerhin noch gut 73 Liter auf 100 Kilometer. Die Großkehrmaschinen zur Straßenreinigung „schlucken“ gut 86 Liter auf 100 Kilometer. Aber auch kleinere Transporter, sogenannte Tonnentauscher und Fahrzeuge für das Leeren von Papierkörben verbrauchen mehr als 20 Liter Diesel pro 100 Kilometer.

„Die Modernisierung des Fuhrparks steht auch bei der BSR ganz oben auf der Agenda. Emissionsarme Nutzfahrzeuge und die Umstellung der Pkw-Flotte auf Elektromobilität sind wichtige Schritte“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), die auch Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtreinigung ist.

Der FDP-Abgeordnete Luthe sieht die Lage indes kritischer. Die BSR verfüge noch über viele alte Dieselfahrzeuge, dazu gehörten auch die der Euronorm 5. Bevor der Senat die Nutzung privater Dieselfahrzeuge einschränke, solle er über die durch Fahrzeuge der Eigenbetriebe ausgelöste Umweltbelastung nachdenken und den eigenen Bestand umrüsten, sagte Luthe der Morgenpost. Er fragte auch, wie viele Laubsauger und Laubbläser die BSR in ihrem Bestand hat.

Laut Wirtschaftsverwaltung sind es exakt 694 Laubblasgeräte und einhundert Laubsauger, die mit Benzinmotoren angetrieben werden. Es gebe am Markt keine Geräte mit einem Umweltzeichen nach der Lärmschutzverordnung. Sie seien notwendig, um eine „schnelle und effiziente“ Laubbeseitigung zu gewährleisten. Luthe hält die Laubbläser indes für überflüssig.

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