Naturschutz

Rotmilan in Brandenburg weiter in Gefahr

Das Brandenburger Wappen zeigt einen roten Adler. Manche wollen in der stilisierten Darstellung auch erkennen, dass dem seltenen Rotmilan ein kleines Denkmal gesetzt wurde. Doch der hat ganz andere Schwingen als der Adler.

Ein Rotmilan (Milvus milvus).

Ein Rotmilan (Milvus milvus).

Foto: dpa

Potsdam. Der als seltener Greifvogel streng geschützte Rotmilan (Milvus milvus) ist in Brandenburg weiter in Gefahr. Es gebe eine hohe Dunkelziffer an Todesfällen, sagte Christiane Schröder, Landesgeschäftsführerin des Naturschutzbundes Brandenburg. Zur tödlichen Falle für den Rotmilan werden immer wieder Windräder. Die Rotmilane könnten deren Geschwindigkeit nicht einschätzen und würden von den Rotorblättern zerfetzt.

Das Brandenburger Umweltministerium hatte auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Christoph Schulze (fraktionslos) angegeben, dass seit 2005 insgesamt 61 Verluste durch Windkraftanlagen dokumentiert wurden. Die Regionalplanung berücksichtige den Rotmilan bei der Ausweisung von Gebieten, die für Windanlagen geeignet seien.

Nach Angaben von Schröder macht dem Vogel auch der massive Maisanbau zu schaffen. Die Tiere fressen Mäuse, die sie in den hoch stehenden Pflanzen nicht mehr entdecken und jagen können. "Der Nachwuchs kann dann möglicherweise nicht ausreichend ernährt werden", sagte sie.

Derzeit existieren nach Angaben des Ministeriums maximal 1500 Reviere des Rotmilans im Land. Die Horste werden nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Zuständig sind unter anderem die unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte.

Der Rotmilan ist etwa größer als ein Mäusebussard mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,80 Meter. Er gehört zur Familie der Habichtartigen. Im Gelege sind meist zwei bis drei Eier.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.