Soziales

Kältehilfe-Bilanz: Elend unter Obdachlosen wächst

Betten einer Einrichtung der Berliner Kältehilfe.

Betten einer Einrichtung der Berliner Kältehilfe.

Foto: dpa

Berlin. Die Verelendung unter Obdachlosen in Berlin nimmt zu. Auffällig viele psychische Probleme und Suchterkrankungen überforderten oft die Helfer, sagte Caritas-Direktorin Ulrike Kostka am Donnerstag bei der Bilanz der Berliner Kältehilfe. Auch 35 Rollstuhlfahrer suchten in diesem Winter Schutz in den Einrichtungen der Kältehilfe - 15 mehr als im Vorjahr. "Es ist ein Skandal, dass Rollstuhlfahrer auf die Angebote der Kältehilfe zurückgreifen müssen", ergänzte Kostka. Die notwendige pflegerische und hygienische Versorgung könnten Nothilfe-Einrichtungen nicht leisten.

Die Kältehilfe wird von kirchlichen und sozialen Trägern auf die Beine gestellt und vom Land mit finanziert. In diesem Winter hat sie von November bis Ende März 1264 Schlafplätze im Warmen angeboten - so viel wie noch nie in den vergangenen 28 Jahren. 500 Plätze bleiben erstmals auch im April erhalten. Sonst endete die Hilfe Ende März. Die Zahl der Obdachlosen in Berlin wird auf 4000 bis 6000 geschätzt. Fast drei Viertel von ihnen kommen inzwischen aus dem Ausland, vor allem aus Osteuropa.