Berliner Feuerwehr

Innensenator besucht protestierende Feuerwehrmänner

Zwischen Innenverwaltung und Behördenleitung laufen Gespräche, das 12-Stunden-Schichtmodell nachzubessern.

Berliner Feuerwehrmänner am Montag bei ihrer Mahnwache vor dem Roten Rathaus

Berliner Feuerwehrmänner am Montag bei ihrer Mahnwache vor dem Roten Rathaus

Foto: Paul Zinken / ZB

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat am Mittwoch gemeinsam mit dem ständigen Vertreter des Landesbranddirektors, Karsten Göwecke, die Feuerwehrmahnwache vor dem Roten Rathaus besucht. Feuerwehrleute protestieren dort gegen die schlechten Arbeitsbedingungen. „Die neuen Stellen und Fahrzeuge sind der erste Schritt. Wir müssen etwas tun. Und wir tun etwas“, sagte Geisel vor Ort. Konkret laufen nach Informationen der Berliner Morgenpost Gespräche zwischen Innenverwaltung und Behördenleitung der Feuerwehr, das viel kritisierte neue 12-Stunden-Schichtmodell nachzubessern. Der Besuch war spontan, der Senator befindet sich eigentlich im Urlaub.

Auslöser der aktuellen Debatte sind die vielen Ausnahmezustände im Rettungsdienst. Die haben viele Gründe: die Grippewelle, die Zahl der Anrufer, der hohe Krankenstand bei der Feuerwehr, ein neues 12-Stunden-Schichtsystem, in dem es keine Überstunden mehr geben soll, sowie die nach wie vor dünne Personaldecke.

Die Mahnwache vor dem Roten Rathaus wird von der Gewerkschaft Verdi und von der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) Berlin-Brandenburg und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) organisiert.

Im Februar dieses Jahres hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) mit der Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln reagiert, um die Ausstattung zu verbessern. Neben der Schaffung von 350 neuen Stellen und der Einrichtung zusätzlicher Feuerwachen sollen unter anderem 36 Rettungswagen, 20 Notarzteinsatzfahrzeuge und 16 Lösch- und Spezialfahrzeuge angeschafft werden. Hinzu kommt ein Verfahren, mit dem Hunderte Feuerwehrleute im mittleren Dienst künftig schneller befördert werden sollen. Dies soll vor allem den Mitarbeitern zugutekommen, bei denen eine Beförderung längst überfällig ist, wegen fehlender Planstellen aber zum Teil jahrelang nicht möglich war.

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