Grundschule in Tempelhof

Enthauptungsvideo kursierte unter Berliner Grundschülern

An der Paul-Simmel-Grundschule in Tempelhof soll ein jüdisches Mädchen von muslimischen Schülern bedroht worden sein.

Schulverwaltung und Schulaufsicht beschäftigen sich derzeit mit den religiös motivierten Konflikten in Tempelhof

Schulverwaltung und Schulaufsicht beschäftigen sich derzeit mit den religiös motivierten Konflikten in Tempelhof

Foto: dpa

Berlin. Mehrere religiös motivierte Konflikte in der Paul-Simmel-Grundschule (Tempelhof) beschäftigen derzeit Schulverwaltung und Schulaufsicht. An der Schule soll ein jüdisches Mädchen von muslimischen Schülern verbal attackiert worden sein. Der Fall liegt bereits ein Jahr zurück, nach Auffassung der Eltern der betroffenen Schülerin hat die Schule allerdings nicht ausreichend auf die Übergriffe reagiert. Nach Ostern soll ein Gespräch zwischen den Beteiligten, Schule und Schulaufsicht stattfinden.

Der Schulverwaltung ist der Fall bekannt. „Dass es diese Vorfälle gab, wissen wir“, sagte die Sprecherin der Verwaltung, Beate Stoffers, am Sonnabend. „Die Schule hat sofort reagiert, die Antidiskriminierungsstelle ist ebenfalls involviert.“ Dabei handelt es sich um Vorfälle, die unter Schülern unterer Klassen stattgefunden haben. Vielen sei gar nicht klar gewesen, was sie getan haben. Insgesamt soll es sich um zwei bis drei Vorfälle gehandelt haben. Die Paul-Simmel-Grundschule ist nach Angaben der Schulverwaltung bislang nicht als Pro­blemschule in Erscheinung getreten.

IS-Video soll unter Schülern kursiert haben

In der Schule soll auch ein IS-Enthauptungsvideo unter Schülern kursiert haben. Auch hier habe die Schule sofort eingegriffen und die Eltern der Schule darüber informiert. In einem Elternbrief forderte die Schulleitung die Eltern auch dazu auf, das Verhalten der Kinder in den sozialen Netzwerken zu kontrollieren. Das Verbreiten von derartigen Filmen könne eine Straftat darstellen, hieß es laut Schulverwaltung dazu in dem Schreiben. Zudem hätten die Kinder das Mindestalter zur Nutzung von sozialen Medien wie WhatsApp oder Facebook noch nicht erreicht.

Nach Angaben der Schule sind 70 Prozent der Schüler nicht deutscher Herkunft, einige würden mit Schuleintritt zum ersten Mal mit Kindern aus anderen Kulturkreisen in Kontakt kommen. Die Schule gehe gegen Konflikte „proaktiv“ vor, hieß es weiter.

Mehr zum Thema:

Das passiert, wenn junge Muslime Auschwitz besuchen

Empörung über antisemitische Beschimpfungen in Berlin

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.