Justiz

Senator: Neue Generalstaatsanwältin schaut über Tellerrand

Dirk Behrendt, Justizsenator des Landes Berlin und Margarete Koppers.

Dirk Behrendt, Justizsenator des Landes Berlin und Margarete Koppers.

Foto: dpa

Berlin. Die neue Chefanklägerin in der Hauptstadt, Margarete Koppers, ist offiziell in ihr Amt eingeführt worden. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) zeigte sich am Freitag zuversichtlich, dass Koppers für mehr Sicherheit in Berlin sorgen werde. Die Juristin habe die Fähigkeit, über den Tellerrand hinaus zu schauen und diese Erfahrungen zu nutzen. Gleichzeitig verabschiedete der Senator den langjährigen Amtsvorgänger Ralf Rother.

Koppers ist die erste Frau an der Spitze der deutschlandweit größten Staatsanwaltschaft. Bislang war die 56-Jährige Vizepräsidentin der Berliner Polizei. Sie hatte ihren Dienst schon am 1. März angetreten. Die Stelle war erst nach mehr als zweijährigem Hickhack und gerichtlichem Streit neu besetzt worden. Ihre Ernennungsurkunde soll Koppers erst am 1. September bekommen - nach halbjähriger Probezeit.

Erneut kritisierte die oppositionelle FDP die Neubesetzung. Es stelle sich die Frage, weshalb trotz des Vorwurfs von Dienstvergehen kein Disziplinarverfahren gegen Koppers eingeleitet werde, monierte Marcel Luthe.

Gegen Koppers und den inzwischen geschassten Polizeichef Klaus Kandt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Es geht darin um vermutlich mit Schadstoffen belastete und krankmachende Schießstände der Polizei. Beiden Beamten wird fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Ein Ende des Verfahrens ist nicht in Sicht.

Im rbb kündige Koppers am Freitag an, sich für den Bau neuer Räume für die beengt arbeitende Staatsanwaltschaft einzusetzen. Dafür sollte das Dachgeschoss des Kriminalgerichts Moabit hergerichtet werden.

Behrendt würdigte den bisherigen Generalstaatsanwalt. Rother habe wie kaum ein anderer die Berliner Justiz geprägt. Der heute 66-Jährige hatte sei 2006 die Strafverfolgungsbehörden geführt. Seine Pensionierung hatte er auf Wunsch des Senators zweimal verschoben, um eine reibungslose Amtsübergabe zu ermöglichen.

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