Weitere 1000 Hotspots

Freies Wlan in Berlin wird noch einmal deutlich ausgebaut

Das öffentliche Netz bekommt 1000 neue Zugangspunkte. Der Senat investiert dafür knapp zwei Millionen Euro.

Berlin verfügt über das größte kostenlose öffentliche Wlan-Netz aller deutschen Städte

Berlin verfügt über das größte kostenlose öffentliche Wlan-Netz aller deutschen Städte

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin.  Das kostenlose öffentliche Wlan-Netz der Stadt „Free WiFi Berlin“ soll deutlich ausgebaut werden. Zu den aktuell 700 Zugangspunkten (Hotspots) an mehr als 350 Standorten sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate weitere 1000 Hotspots hinzukommen. Das sagte Björn Böhning (SPD), scheidender Chef der Senatskanzlei, der Berliner Morgenpost. Zudem beteiligen sich vier Partner an der Wlan-Initiative der Landesregierung: die BVG, die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, die Evangelische Landeskirche sowie die „Freifunker“. Sie bringen weitere 2700 Hotspots ein. Damit verfügt Berlin nach dem Ausbau über das größte kostenlose öffentliche Wlan-Netz aller deutschen Städte auch umgerechnet pro Einwohner.

Diesen Ausbau lässt sich Berlin knapp 1,9 Millionen Euro kosten. Die Mittel stammen aus dem Investitionsfonds des Landes („Siwana“) und wurden in der vergangenen Woche vom Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses freigegeben. Mit Zugangspunkten ausgestattet werden sollen stark frequentierte Orte. Interesse wurde etwa für die Staatsoper Unter den Linden, das Tempelhofer Feld und den Mauerpark angemeldet. Technikpartner der Senatskanzlei und Betreiber von „Free WiFi Berlin“ bleibt ABL Social Federation. Der Vertrag wurde kürzlich bis Ende 2021 verlängert. Das international tätige Nürnberger Unternehmen hat inzwischen seine Berliner Niederlassung stark ausgebaut.

Der Beginn des Projekts war holprig, die ersten 100 Zugangspunkte wurden nach einiger Verzögerung im Sommer 2016 in Betrieb genommen. Vor einem Jahr schließlich startete „Free WiFi Berlin“ mit 650 Hotspots an 250 Standorten. Seitdem sind die Nutzerzahlen stetig gestiegen, von anfänglich 1,2 Millionen Zugriffen pro Monat auf inzwischen 3,7 Millionen Zugriffe - das sind mehr als 120.000 Zugriffe pro Tag. „Es freut mich, dass das Wlan- Angebot so gut angenommen wird. Die Zahlen zeigen, dass eine Metropole von der Größe Berlins Bedarf an weiterem freien Wlan hat, sagte Böhning.

Bis 2020 Wlan an allen Berliner U-Bahnhöfen

Die Zugangspunkte befinden sich in allen zwölf Bezirken, sowohl auf Straßen und Plätzen als auch in öffentlichen Einrichtungen wie etwa Rathäusern, Bürgerämtern, Bibliotheken, Volkshochschulen oder Jugendclubs. Zu den beliebtesten zählen etwa das Brandenburger Tor, der Fernsehturm und die Friedrichstraße vor dem Frie­drichstadt-Palast, ebenso wie die Amerika-Gedenkbibliothek und die Spandauer Zitadelle. Eine Liste aller Standorte steht im Internet unter https://www.berlin.de/wlan/5112643-4236202-karte-freie-wlan-hotspots-in-berlin-und-.html.

Alle Bezirke wurden aufgefordert, Standorte mit hohem Publikumsverkehr vorzuschlagen. Der Zugang zum kostenlosen öffentlichen Wlan-Netz ist unkompliziert. Die Nutzer müssen keine personenbezogenen Daten angeben, benötigen auch kein Passwort. Jeder darf surfen, so lange er will.

Berlin will sich außerdem an „WiFi4EU“ beteiligen, dem EU-Projekt zur Förderung der Internetanbindung in Kommunen. Die EU-Kommission stellt 120 Millionen Euro zur Verfügung, um kostenloses öffentliches Wlan zu fördern. Jede Kommune kann 15.000 Euro bekommen. Die Senatskanzlei hat sich dafür eingesetzt, dass Berlin zwölf Anträge einreichen darf und somit die Chance auf 180.000 Euro hätte, wenn sich alle Bezirke auf den Aufruf bewerben. Ein weiteres Projekt des Senats ist die Wlan-Ausstattung der städtischen Vivantes- Krankenhäuser. Dazu stellt er zusätzlich zu den bereits bewilligten zwei Millionen Euro in diesem Jahr noch einmal 2,7 Millionen Euro bereit. Bis Ende 2020 sollen außerdem alle Berliner U-Bahnhöfe komplett mit Wlan ausgestattet werden.

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