Abgeordnetenhaus

Berliner Politiker dürfen jetzt Märchen erzählen

Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) und seine Stellvertreterinnen lesen Kindern Märchen vor. Die Aktion hat ein ernstes Anliegen.

Ralf Wieland ,Präsident des Berliner Abgeordnetenhaus

Ralf Wieland ,Präsident des Berliner Abgeordnetenhaus

Foto: Reto Klar

Manch einer meint, es schon immer gewusst zu haben: Politiker erzählen Märchen. Tatsächlich lädt das Berliner Abgeordnetenhaus künftig regelmäßig zur Märchenstunde ein. Von diesem Freitag an wollen sich Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) sowie seine Stellvertreterinnen Cornelia Seibeld (CDU) und Manuela Schmidt (Linke) einmal monatlich im Parlament mit Schulklassen treffen, um ihnen aus „Frau Holle“, „Aschenputtel“ oder „Schneewittchen“ vorzulesen. Die Kinder können die Politiker zudem zu ihrer Arbeit und ihrem Leben befragen und sich das Parlament anschauen.

Ziel sei es, junge Menschen an den Parlamentarismus heranzuführen und mit seinen Mechanismen vertraut zu machen, erläuterte der Sprecher des Abgeordnetenhauses, Ansgar Hinz. Da böten sich Märchen gut an, in denen es um Dinge wie Gerechtigkeit, Macht, Gut und Böse gehe. Auf Erfahrungen beim Märchenerzählen können übrigens eine Reihe von Abgeordneten bereits zurückgreifen. Jedoch nicht in erster Linie bei den Parlamentssitzungen, wie böse Zungen behaupten. Vielmehr beteiligt sich das Abgeordnetenhaus schon länger jeweils im November an den Berliner Märchentagen.