Sonderermittler

Einstellungstest an Polizeiakademie „nicht so ganz einfach“

Die Berliner Polizeiakademie war wegen vermeintlicher Missstände in Verruf geraten. Sonderermittler will am 8. Juni Bericht vorlegen.

Eingang zur Polizeiakademie Berlin

Eingang zur Polizeiakademie Berlin

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin. Ein erster Bericht zu den Zuständen an der in die Kritik geratenen Berliner Polizeiakademie soll am 8. Juni vorgestellt werden. Er habe keine Vorgaben für die Prüfung, sagte der externe Sonderermittler Josef Strobl am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Der langjährige, leitende Polizist aus Bayern war von Innensenator Andreas Geisel (SPD) beauftragt worden. Die endgültige Schwachstellen-Analyse soll dann am 7. September vorgelegt werden.

Die Ausbildungsstätte für den mittleren Dienst war nach anonym erhobenen Vorwürfen zu vermuteten Missständen in die Schlagzeilen geraten. Beklagt wurden demnach Respekt- und Disziplinlosigkeit sowie mangelnde Deutsch-Kenntnisse von Polizeianwärtern. Den Vorwurf der Unterwanderung durch kriminelle Clans hatte die frühere Polizeiführung zurückgewiesen. „Wir sind dabei, die Akademie zu reformieren, die Arbeit geht schon jetzt Stück für Stück voran“, sagte der Innensenator.

Nach einer ersten Begutachtung des Berliner Einstellungstests finde er diesen „nicht so ganz einfach“ und vielleicht etwas zu schwer, meinte Strobl. Dies könne abschreckend wirken. Auch in Bayern werde Deutschunterricht für Polizeischüler erteilt.

Die Auszubildenden wünschen sich nach Angaben des Experten auch mehr Autorität von Vorgesetzten. „Junge Leute wollen Halt und Leitplanken haben“, so Strobl. Egal, wie man es nennt, alle befürworteten auch ein morgendliches Antreten oder eine Morgenrunde - „das schafft Sicherheit“. Den Begriff Polizeiakademie zu ersetzen, wollte bislang keiner der Befragten. „Wenn man Berufsschule sagt, bekommen sie Stresspickel.“

Zu dem Korruptions-Verdachtsfall bei der Berliner Polizei gab es keine neuen Informationen im Ausschuss. Der amtierende Polizeichef Michael Krömer verwies auf das Ermittlungsverfahren. Am Freitag war gegen einen 39 Jahre alten Beamten ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Korruption vollstreckt worden. Ihm wird vorgeworfen, gegen Geld Drogenhändler regelmäßig vor Kontrollen durch Polizei, Zoll und Steuerbehörden gewarnt und bei der Lagerung von Rauschgift geholfen zu haben.

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