Berlin

Demonstrationen gegen Putin, Müll und den Syrien-Einsatz

Ob Präsidentenwahl in Russland, der Konflikt in Syrien oder das globale Müllproblem – gleich drei Organisationen hatten am Sonntag zu Demonstrationen in der Hauptstadt aufgerufen.

Während Menschen in einer langen Schlange vor der russischen Botschaft darauf warteten, ihre Simme abzugeben, hatte sich auf dem Mittelstreifen ein gutes Dutzend Putin-Gegner zu einer Mahnwache versammelt. Sie bezeichneten die Wahlen als „Krönungszeremonie“ und hielten den Anstehenden ein Transparent in russischer Sprache entgegen, das Putin als „Dieb und Mörder“ betitelte. Per Lautsprecher spielten sie zudem Auszüge aus der russischen Verfassung ab, wonach maximal zwei Amtszeiten in Folge für einen Präsidenten vorgesehen sind. Für Putin wäre es – mit Unterbrechung – die vierte Präsidentschaft. Zwei Einsatzwagen der Polizei waren anwesend, um eingreifen zu können, sollte es zu Reibereien zwischen Demonstranten und Wählern kommen. Es blieb jedoch bei verbalen Auseinandersetzungen.

Vor dem Reichstag hatte sich „Macht Frieden. Zivile Lösungen für Syrien“ mit rund 25 Personen versammelt. Sie ließen Luftballons aufsteigen. Mit einem riesigen, ausgebreiteten Banner mit einem Pfeil, der auf den Bundestag zeigte, wollten sie ihre Forderung symbolisch ins Parlament tragen, das kommenden Donnerstag über das Bundeswehrmandat gegen den sogenannten IS in Syrien berät. Die Friedensaktivisten sind dafür, es nicht zu verlängern und stattdessen Mittel für zivile Konfliktbearbeitung zu erhöhen.

Mit dem Slogan „Stopp den Wahn – Plastik spar’n“ protestierte der Arbeitskreis „Lauris“ (Landwirtschaft und Ressourcen) der Naturschutzorganisation BUND Jugend Berlin vor dem Brandenburger Tor. Verkleidet als „Müllmonster“ stellten sich die Aktivisten zu Passanten und sprachen sie an. Die Naturschützer fordern mehr Anstrengungen bei der Vermeidung und Weiterverwertung von Plastik.