Kriminalität in Berlin

Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt gesunken

Berlins Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt verzeichnete im vergangenen Jahr 267 Angriffe.

Ein Einsatzfahrzeug der Berliner Polizei

Ein Einsatzfahrzeug der Berliner Polizei

Foto: Reto Klar

Berlin. Die Zahlen extrem rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin sind im vergangenen Jahr gesunken. Das geht aus der Jahresbilanz von „Reach­Out“ hervor. Die Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt hatte am Dienstag ihre aktuellen Zahlen veröffentlicht. Demnach wurden im vergangenen Jahr 267 Angriffe verzeichnet.

„Das ist ein erfreulicher Rückgang um fast 30 Prozent der Gewalttaten und massiven Bedrohungen im Vergleich zu 2016. Es ist dennoch kein Grund zur Entwarnung“, sagte Projektleiterin Sabine Seyb. 2016 wurden noch 380 Taten gezählt. Trotz des Rückgangs insgesamt fanden im Wohnumfeld von Betroffenen genauso viele Angriffe wie 2016 statt. „Mindestens 374 Menschen wurden verletzt und bedroht. Darunter 22 Kinder.“

Rassismus bleibt mit 140 Taten das häufigste Motiv. Die Angriffe gegen Lesben, Gays, Bisexuelle und Transgender, sogenannte LGBTI-feindliche Taten, sind mit 67 (70 Taten 2016) konstant hoch. Die Attacken und Bedrohungen gegen politische Gegner sind mit 40 Angriffen gestiegen. Die antisemitisch motivierten Gewalttaten sind von 31 auf 13 gesunken. Sieben Taten richteten sich gegen sozial Benachteiligte, Menschen mit Handicap, Journalisten und Politiker. 114 Angriffe ereigneten sich im öffentlichen Raum. Im Bezirk Mitte mit den Stadtteilen Mitte (19), Tiergarten (15) und Wedding (26) fanden 60 und somit stadtweit die meisten Angriffe statt. Die LGBTI-feindlichen Taten (67) geschahen nach Recherchen der Bildungs- und Beratungseinrichtung überwiegend in Neukölln, Schöneberg, Tiergarten und Mitte. Dabei handelt es sich laut „ReachOut“ um die Bezirke, in denen es Treffpunkte und Partymöglichkeiten gibt und die Betroffenen davon ausgehen, dass sie sich frei bewegen können.

„ReachOut“ zählt keine Propagandadelikte, Beleidigungen und Sachbeschädigungen, wenn keine Personen dabei gefährdet oder direkt bedroht wurden.

So hat sich die Kriminalität 2017 in Berlin entwickelt

Laut der Kriminalstatistik 2017 ist Berlin sicherer geworden. Bei manchen Delikten gibt es aber auch starke Zuwächse.
So hat sich die Kriminalität 2017 in Berlin entwickelt
© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.