Berlin

In der Reisebranche stehen alle Zeichen auf Wachstum

Urlaubslaune der Deutschen war auf der ITB greifbar. Griechenland steuert auf Rekordjahr zu, Türkei wieder mehr nachgefragt

Reiseprofis erzählen: Hier muss man 2018 Urlaub machen

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Berlin. Die internationale Reiseindustrie steuert auf ein glänzendes Rekordjahr zu, lautete eine erste Bilanz der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) 2018. Auf der Reisemesse die am Sonntagabend endete, wurden ungefähr fünf Prozent mehr Geschäfte abgeschlossen als im Vorjahr. An den fünf Messetagen präsentierten sich mehr als 10.000 Unternehmen aus 186 Ländern und Regionen den Besuchern. Etwa 110.000 Fachbesucher aus dem In- und Ausland waren in den 26 Messehallen in den vergangenen Tagen unterwegs. Und trotz des frühlingshaften Wetters strömten am Besucherwochenende ungefähr 60.000 Privatbesucher in die Messehallen und nutzten die Angebote der Aussteller.

„Die übereinstimmenden Prognosen zum nachhaltigen Wachstum der Weltwirtschaft für die kommenden zwei Jahre hat die positive Stimmung unter den Ausstellern und Besuchern der Messe in den vergangenen Tagen maßgeblich geprägt und beflügelt“, sagte Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH. „Angesichts der aktuellen Hochkonjunktur, einer Arbeitslosenquote auf Rekord-Tief und günstiger Tarifabschlüsse sind die Menschen zunehmend in Kauflaune.“

Mecklenburg-Vorpommern hat die Messebesucher erreicht

Auch Vertreter des diesjährigen Partnerlandes der Messe, Mecklenburg-Vorpommern, zeigten sich zufrieden. „Das Gesamtpaket Mecklenburg-Vorpommern hat in seiner touristischen Vielfalt und Abwechslung die Besucher der Messe erreicht“, sagte Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). „Die Messe hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, auf sich aufmerksam zu machen.“ Man werde den Schwung der Messe mitnehmen und geknüpfte Kontakte gewinnbringend für das Urlaubsland einsetzen, sagte Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommerns. Nach Angaben Norbert Fiebigs, Präsident Deutscher Reiseverband e.V. „war die Urlaubslaune der Deutschen in allen Hallen auf der ITB greifbar und der Grundstein für ein überaus erfolgreiches Reisejahr 2018.“

Darum sind den Urlaubern politische Krisen egal
Türkei-Comeback: Darum sind den Urlaubern politische Krisen egal

Für den kommenden Sommer liegen Urlaube in Griechenland besonders im Trend und auch die Türkei ist als Reiseziel wieder etwas mehr im Kommen. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens GFK erreicht Griechenland nach einem wachstumsstarken Vorjahr erneut hohe zweistellige Zuwachsraten und ist damit zum aktuellen Zeitpunkt sogar beliebter als die Balearen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich sowohl die Buchungszahlen als auch die Urlaubsumsätze für das Reiseziel Türkei für den Sommer 2018 verdoppelt. Zu alter Stärke findet die Türkei trotz steigender Nachfrage aber noch nicht. Griechenland-Urlaube verzeichnen aktuell ein mehr als doppelt so hohen Umsatz. Vor dem Rückgang der Buchungszahlen für Türkei-Urlaube war dieses Verhältnis genau umgekehrt.

„Nach den vergangenen zwei Jahren sehen wir die steigenden Buchungszahlen mit Freude und bewerten das als positives Signal“, sagte Necati Kaya, Vorsitzender des Vereins der türkischen Reiseagenturen Berlin e.V. „An das goldene Jahr 2015 reichen wir lange noch nicht ran, wir sind aber optimistisch.“ Je nach Veranstalter gab es Steigerungen von 20 bis 100 Prozent. „Zum aktuellen Buchungsstand verzeichnen die Reiseveranstalter durchschnittlich 40 bis 50 Prozent mehr Buchungen für diesen Sommer in der Türkei.“

Kaya befürchtet, dass es jetzt nicht ausreichend Flugplätze gibt. Nach den sehr schwachen letzten zwei Jahren und der mangelnden Nachfrage kann es sein, dass die Kapazitäten anderweitig eingesetzt werden. Dabei spiele auch die Insolvenz von Air Berlin eine Rolle.

Auch die in den vergangenen Jahren krisengeplagten nordafrikanischen Länder Ägypten, Tunesien und Marokko können an ihr Vorjahreswachstum anknüpfen. Mit einem Umsatzplus von 64 Prozent liegt das Land am Nil zum aktuellen Buchungsstand in der Beliebtheitsliste der Deutschen nach Spanien, Griechenland und der Türkei auf Platz vier.

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