MyJump

Maskierte überfallen Trampolinhalle in Reinickendorf

Die beiden Unbekannten traten einen 18 Jahre alten Mitarbeiter der Halle nieder und bedrohten ihn mit einer Pistole.

Eine Trampolinhalle in Reinickendorf

Eine Trampolinhalle in Reinickendorf

Foto: Rundfunk Berlin-Brandenburg

Berlin.  Sonntag­abend, 23.30 Uhr. Zwei maskierte Personen öffnen die Glastüren der Trampolinhalle „My Jump“ im Märkischen Viertel und betreten den Vorraum. Die Sportstätte hat zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen, Kunden sind nicht mehr da. Als ihnen ein 18 Jahre alter Angestellter begegnet, treten sie ihn zu Boden. Einer zückt eine Pistole, fordert sämtliches Geld. Daraufhin übergibt der junge Mann den beiden Räubern eine bislang unbekannte Menge Bargeld. Der ganze Überfall geht sehr schnell, die beiden unbekannten Täter flüchten mit ihrer Beute.

Bei dem Überfall am Sonntagabend wurde der Mitarbeiter der Sportstätte laut Angaben der Berliner Polizei leicht verletzt. Eine ärztliche Behandlung lehnte er aber ab. Ein Polizeisprecher erklärte, dass man bislang sowohl zu dem genauen Tathergang als auch zur Fluchtrichtung der Täter keine Angaben machen könne. Die Kriminalpolizei hat nun die Ermittlungen aufgenommen.

Am Morgen nach dem Überfall erinnert kaum etwas an die Tat. Die überfallene Sporthalle liegt etwas abseits, aber weithin sichtbar zwischen Fußballfeldern und den weiß-grauen Hochhäusern des Märkischen Viertels. Ein Teil der Halle hat bereits ab 10 Uhr wieder geöffnet. Gegen 11 Uhr verlässt eine Schulklasse den Sportkomplex, der nicht nur als Trampolinhalle genutzt wird, sondern auch als „Indoor Beach Center“ Freizeitangebote für Schulen offeriert: Beachsoccer, Beachvolleyball und Kinderspiele. Die Kinder singen, die Lehrerinnen mahnen zur Eile – alles wie immer. Drinnen in der Halle läuft Musik, Spuren des Einbruchs sind nicht zu sehen. Die Chefs der Sportstätte wollten sich auf Anfrage der Berliner Morgenpost nicht zu dem Vorfall äußern, allerdings trafen sie sich am Montag bereits zu einer Krisensitzung.

„So was passiert hier immer häufiger“

In der Nachbarschaft hat sich der bewaffnete Überfall vom Vorabend bereits herumgesprochen. Ein Paar bleibt gegen Mittag an einer Hecke stehen, die ältere Frau zeigt auf die Halle. „Ich habe das Gefühl, so was passiert hier immer häufiger“, sagt die 66-Jährige. Durch eine Nachbarin hatte sie bereits von der Tat gehört. Sie wohnt seit 1989 im Märkischen Viertel am Senftenberger Ring, die Gegend sei nicht besser geworden. „Kommt ja immer wieder was vor in letzter Zeit“, sagt sie. „Der Raub im Juwelierladen, der Kaufland-Überfall mit der Machete, die Tankstellenüberfälle letztes Jahr.“

Sie meint eine Reihe von aufsehenerregenden Verbrechen in den vergangen Monaten: Mitte Januar hatte ein 27-Jähriger ganz in der Nähe eine Filiale von Kaufland mit einer Machete überfallen, der Täter konnte gefasst werden. Wenige Tage zuvor war in Tegel ein Juweliergeschäft überfallen worden, der Besitzer wehrte sich und schoss auf den Angreifer. Weiterhin auf der Flucht ist das Trio, das im November und Dezember vergangenen Jahres zwei Tankstellen in Hermsdorf und Wittenau überfallen hatte. Sie hatten, wie die Täter in der Trampolinhalle, Schusswaffen bei sich.

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568.860 Straftaten erfasste die Polizei 2016 in Berlin - 0,1% weniger als 2015. Diebstähle nahmen am stärksten zu. Taschendiebstahl-Hotspots waren unter anderem: Alexanderplatz, Hardenbergplatz und U-Kottbusser Tor.
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