Verkehr

S-Bahn soll im Zehn-Minuten-Takt nach Tegel fahren

Bundesländer und die Bahn prüfen zehn Schienenprojekte bis 2030. Für Pendler soll sich die Situation deutlich verbessern.

Eine S-Bahn fährt ein in den Hauptbahnhof in Berlin (Archivbild)

Eine S-Bahn fährt ein in den Hauptbahnhof in Berlin (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Winfried Rothermel / picture alliance / Winfried Roth

Berlin. Seit Jahren schon hoffen die Bewohner von Tegel darauf, dass die S-Bahn den wichtigen Ortsteil von Reinickendorf nicht nur alle 20 Minuten mit dem Stadtzentrum verbindet. Und in Velten (Oberhavel) kämpfen Stadtverordnete und Bürgerinitiativen seit Langem dafür, dass der nach dem Mauerbau stillgelegte S-Bahnanschluss an die Hauptstadt wieder aufgebaut wird. Obwohl Schienentrassen dafür vorhanden sind, scheiterte diese Vorhaben bislang am Geld sowie den divergierenden Interessen der Länder Berlin und Brandenburg. Nun aber gibt es beide Regionen neue, vor allem ernsthafte Hoffnung auf Lösungen.

Im Rahmen des Infrastrukturprogramms „i2030“ haben sich Berlin und Brandenburg sowie die Bahn auf zehn Schienenprojekte geeinigt, deren Umsetzung jetzt konkret untersucht wird. Im Korridor „Prignitz-Express/Velten“ wird demnach der Infrastrukturausbau geprüft, der einen Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn nach Berlin-Tegel, die Verlängerung der S-Bahn nach Velten und die Einführung eines Halbstundentaktes im Regionalverkehr zwischen Gesundbrunnen und Neuruppin ermöglicht. Bislang scheitert ein dichterer S-Bahn-Takt nach Tegel am fehlenden zweiten Gleis von Schönholz nach Hennigsdorf.

Korridor „Berlin–Cottbus/Bahnhof Königs Wusterhausen“

„Die Situation für Pendler in der Metropolenregion Berlin-Brandenburg deutlich zu verbessern, ist eines meiner zentralen Anliegen. Der Regional- und Nahverkehr auf der Schiene muss mit dem Wachstum der Stadt Schritt halten“, kommentierte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) die Ergebnisse der zweiten Runde des Lenkungsausschusses für „i2030“. Für den Korridor „Berlin–Cottbus/Bahnhof Königs Wusterhausen“ wurden Planungen zur Beseitigung des eingleisigen Engpasses im Nordkopf des Bahnhofs vereinbart. Darüber hinaus wird von der Bahntochter DB Netz der Bau eines neuen Kehrgleises für die RB22 am Bahnhof Königs Wusterhausen vorbereitet. Dieses soll Dezember 2022 in Betrieb genommen werden.

Untersucht werden soll auch der Streckenausbau zwischen Spandau und Nauen, der Wiederaufbau der Potsdamer Stammbahn im Berliner Südwesten sowie der historischen Trasse der Heidekrautbahn (Nordbahn), mit der das Märkische Viertel eine Schienenanbindung erhalten würde. Beide Landesregierungen stellen für den „umfangreichen Prüf- und Planungsprozess“ in diesem Jahr sechs Millionen Euro bereit.

Die neue Berliner S-Bahn ist serienmäßig mit Klimaanlage und Videoüberwachung ausgestattet

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