Verkehr

Verkehrssenatorin kritisiert S-Bahn nach Pannenserie

„Berliner haben Anspruch auf furnktionierende S-Bahn“, so die Senatorin. Eine Qualitätsoffensive soll für Verbesserung sorgen.

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Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) will sich mit den jüngsten Angebotsmängeln bei der S-Bahn nicht abfinden. „Die Berlinerinnen und Berliner haben einen Anspruch auf eine funktionierende S-Bahn. Die Störungen in den vergangenen Tagen zeigen, dass S-Bahn und DB-Netz augenblicklich davon weit entfernt sind“, sagte sie am Donnerstag der Berliner Morgenpost. Zuvor hatte es, wie berichtet, an drei Tagen in Folge teils erhebliche Probleme beim S-Bahnbetrieb gegeben. Betroffen davon waren vor allem Nutzer der für Berufspendler wichtigen Ost-West-Linien sowie der Ringbahn. Allein drei Mal hintereinander sorgte etwa eine defekte Weiche an der westlichen Ausfahrt am Ostbahnhof für Zugausfälle und Verspätungen von bis zu 30 Minuten.

Günther fordert konkrete Maßnahmen für mehr Qualität

Mit der S-Bahn und der Bahn-Infrastrukturtochter DB Netz würden jetzt intensive Gespräche geführt, heißt es aus der Senatsverkehrsverwaltung. „In Kürze sollen uns erste Maßnahmen in den Bereichen Signalsteuerung, Schieneninfrastruktur und Verfügbarkeit von Personal vorgestellt werden, als Teil einer Qualitätsoffensive“, kündigte Günther an.

Neben den Gesprächen verfügt der Senat noch über das Mittel der Vertragsstrafe. So bekam die S-Bahn im vorigen Jahr für Zugausfälle und Verspätungen Abzüge in Höhe von 17,4 Millionen in Rechnung gestellt. Die Länder Berlin und Brandenburg zahlen als Leistungsbesteller an die Bahntochter pro Jahr rund 300 Millionen Euro. Mit den neuen Verkehrsverträgen ab Dezember haben sie die Zahlungen nochmals erhöht, dafür muss die S-Bahn aber ihre Ticket-Einnahmen an die Länder abliefern.

Am Wochenende ist erneut mit Einschränkungen bei der S-Bahn zu rechnen, dann aber planmäßig. Aufgrund von Bauarbeiten fällt ab Freitag, 22 Uhr, die S2 zwischen Buch und Bernau aus. Als Ersatz fahren Busse. Die S46 fährt zwischen Königs Wusterhausen und Grünau nur alle 30 Minuten. Auf der Stadtbahn ist die Strecke zwischen Warschauer Straße und Alexanderplatz gesperrt. Betroffen sind die Linien S3, S5, S7, S75 und S9. Zwischen Ostkreuz und Friedrichstraße fahren dafür mehr Regiozüge.

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