Bezirksstatistik 2017

Wo in Spandau die Kriminalität zunimmt

Sexualdelikte nehmen in Spandau deutlich zu. Einbrüche in Lauben haben sich verdoppelt. Insgesamt sinkt aber die Zahl der Straftaten.

Spandau.  Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten in Spandau lag 2017 bei 26.402. Das sind 668 Fälle weniger als im Vorjahr und entspricht einem Rückgang um 2,5 Prozent. Die Daten zu den Entwicklungen im Bezirk, in den Abschnitten und den Ortsteilen Spandaus stammen aus der Schriftlichen Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Trapp.

Ein erheblicher Anstieg ist bei den Anzeigen wegen Sexualdelikten zu verzeichnen. Gab es 2016 insgesamt 176 Fälle, waren es im vergangenen Jahr 246. Das sind 40 Prozent mehr. Dies ist auf eine strengere Auslegung dessen zurückzuführen, was als Sexualdelikt gilt: Am 10. November 2016 trat das Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung in Kraft. Es betont vor allem den Grundsatz „Nein heißt Nein“. „Po-Grapschen“ oder unerwünschtes Küssen werden damit klar unter Strafe gestellt.

Villen- und Wohnungseinbrüche gingen um je 28 Prozent zurück. „Das ist sicherlich auch der Präventionsleistung der Polizei zu verdanken“, sagt der Abgeordnete Trapp. „Im vergangenen Jahr gab es in Spandau eine Menge Informationsveranstaltungen, in denen die Bürger über geeignete Sicherungsmaßnahmen aufgeklärt wurden“, sagt er. „Diese Termine waren sehr gut besucht.“ Offenbar hätten viele Spandauer aus diesem Abend Lehren gezogen.

94 Prozent mehr Einbrüche in Gartenlauben

Eine auffällige Negativentwicklung ist jedoch der Zuwachs von Laubeneinbrüchen. Dort ging es um 94 Prozent hoch, von 108 auf 210. Trapp spekuliert, dass sich Einbrecher angesichts schwerer zugänglicher Wohnungen und Eigenheime besser auf Diebeszüge in Kleingartenanlagen verlegt haben. Dort allerdings dürfte der entstandene materielle Schaden geringer sein als etwa in Wohnungen, wo Kriminelle auf mehr Wertsachen stoßen.

Rückgänge gab es im Bezirk 2017 bei weiteren Delikten zu verzeichnen, beispielsweise: Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen (-3 Prozent), Geschäfts- und Betriebseinbruch (-25 Prozent), Keller- und Bodeneinbruch (-24 Prozent) und Taschendiebstahl (-38 Prozent). Anstiege erfasste die Polizei bei Fahrraddiebstahl (+24 Prozent), Diebstahl von Motorrädern (+50 Prozent), Diebstahl von Kraftfahrzeugen (+16 Prozent) und Drogendelikten (+21 Prozent).

Die meisten der 26.402 Delikte wurden im Polizeiabschnitt 21 angezeigt: 16.728. Im Zuständigkeitsbereich der Wache an der Moritzstraße liegen Falkenhagener Feld, Hakenfelde, Neustadt, Altstadt Spandau. Im dicht besiedelten Gebiet gibt es viele Geschäfte, Dienstleister und Industrieunternehmen. 102.000 Menschen leben dort.

Der Abschnitt 23 an der Schmidt-Knobelsdorf-Straße umfasst Gatow, Kladow, Staaken und die Wilhelmstadt. Das überwiegend von Natur gekennzeichnete Areal bewohnen 95.200 Bürger. Die Polizei verzeichnete dort 2017 insgesamt 9438 Fälle. Die wenigsten Anzeigen gab es mit 236 Fällen im Abschnitt 22 an der Charlottenburger Chaussee. Im Zuständigkeitsbereich liegt auch Siemensstadt, Haselhorst und Ruhleben. 48.700 Menschen leben dort.

Aus der Schriftlichen Anfrage Peter Trapps gehen auch Details zu den Ortsteilen Spandaus hervor. Wir nennen die in den Ortsteilen meistverbreiteten Arten von Delikten:

Ortsteil Spandau

Taschendiebstahl (441), Fahrraddiebstahl (423), Diebstahl an/aus Kfz (359), Drogen (262), Öffentliche Sachbeschädigung (244)

Haselhorst

Diebstahl an/aus Kfz (167), Fahrraddiebstahl (65), Öffentliche Sachbeschädigung (60), Taschendiebstahl (47), Kfz-Diebstahl (39)

Siemensstadt

Diebstahl an/aus Kfz (164), Fahrraddiebstahl (110), Keller- u. Bodeneinbruch (63), Öffentliche Sachbeschädigung (62), Taschendiebstahl (52)

Staaken

Diebstahl an/aus Kfz (235), Öffentliche Sachbeschädigung (159), Fahrraddiebstahl (136), Keller- u. Bodeneinbruch (129), Laubeneinbruch (84)

Gatow

Diebstahl an/aus Kfz (10), Fahrraddiebstahl (10), Villeneinbruch (9), Öffentliche Sachbeschädigung (7), Taschendiebstahl (4)

Kladow

Fahrraddiebstahl (67), Villeneinbruch (50), Diebstahl an/aus Kfz (41), Öffentliche Sachbeschädigung (33), Kfz-Diebstahl (19)

Hakenfelde

Diebstahl an/aus Kfz (173), Fahrraddiebstahl (111), Öffentliche Sachbeschädigung (106), Keller- u. Bodeneinbruch (52), Drogen (50)

Falkenhagener Feld

Diebstahl an/aus Kfz (249), Keller- u. Bodeneinbruch (128), Öffentliche Sachbeschädigung (127), Fahrraddiebstahl (108), Drogen (45)

Wilhelmstadt

Öffentliche Sachbeschädigung (255), Diebstahl an/aus Kfz (246), Fahrraddiebstahl (153), Keller- u. Bodeneinbruch (115), Geschäfts- u. Betriebseinbruch (72)

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568.860 Straftaten erfasste die Polizei 2016 in Berlin - 0,1% weniger als 2015. Diebstähle nahmen am stärksten zu. Taschendiebstahl-Hotspots waren unter anderem: Alexanderplatz, Hardenbergplatz und U-Kottbusser Tor.
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