Krankheit

Berliner Feuerwehr muss erst mal ohne Chef auskommen

Landesbranddirektor Wilfried Gräfling ist erkrankt und fällt wohl mehrere Wochen aus.

Landesbranddirektor Wilfried Gräfling

Landesbranddirektor Wilfried Gräfling

Foto: dpa Picture-Alliance / Thomas Uhlemann / picture alliance / Thomas Uhlema

Die Berliner Feuerwehr muss zu immer mehr Einsätzen ausrücken. Die Leitstelle ruft angesichts der mitunter kaum noch zu bewältigenden Zahl der Notrufe regelmäßig den Ausnahmezustand aus, zuletzt ist das in der Nacht zu Sonntag geschehen. Die Feuerwehr ist in einer schwierigen Lage und jetzt fällt auch noch der wichtigste Mitarbeiter der Behörde, Feuerwehrchef Wilfried Gräfling, für unbestimmte Zeit krankheitsbedingt aus.

Wie die Berliner Morgenpost aus Feuerwehrkreisen erfuhr, muss sich der Landesbranddirektor einigen Untersuchungen unterziehen. Senatsinnenverwaltung und Feuerwehr bestätigten den Ausfall, äußerten sich aber nicht weiter dazu. „Das sind interne und vor allem private Angelegenheiten der Betroffenen“, sagte Martin Pallgen, Sprecher der Innenbehörde am Sonntag.

Ausnahmezustand Rettungsdienst

Innenverwaltung: Gräflings Krankenpause soll maximal einige Wochen dauern

Der 63-jährige Gräfling geht am 31. Juli dieses Jahres in den Ruhestand. Gerüchten, er werde bis dahin nicht mehr in sein Amt zurückkehren, widersprachen Innenverwaltung und Feuerwehr am Sonntag entschieden. Er fehle krankheitsbedingt maximal nur einige Wochen und werde das Amt des Landesbranddirektors bis zu seiner Pensionierung ausüben, hieß es übereinstimmend von beiden Seiten.

Der in Gelsenkirchen geborene Di­plom-Elektroingenieur und Wirtschaftswissenschaftler trat nach seinem Studium 1983 in die Berliner Feuerwehr ein und wurde 2001 Vertreter des Landesbranddirektors, bevor er das Amt 2006 von seinem Vorgänger Albrecht Brömme übernahm. Immer mehr und immer anspruchsvollere Einsätze einerseits, eine veraltete Technik, fehlendes Personal und Probleme, geeigneten Nachwuchs zu finden andererseits – damit hatte Gräfling in den vergangenen zwölf Jahren hauptsächlich zu tun. Dabei bestand seine Aufgabe vor allem darin, die Feuerwehr so aufzustellen, dass diese ihre Aufgaben mit den vorhandenen Ressourcen bestmöglich bewältigen kann. Das ist ihm nach Darstellung von Experten auch in respekteinflößender Weise gelungen.

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