„Marsch der Frauen"

Aufmarsch von Rechtspopulisten blockiert

Etwa 1000 Berliner haben Teilnehmer einer Rechtspopulisten-Demonstration gehindert, ihren Zielort am Bundeskanzleramt zu erreichen.

People protest aginst a 'Woman's march' organized by the anti-immigrant Alternative for Germany party (AfD) in Berlin, Germany, February 17, 2018. REUTERS/Axel Schmidt

People protest aginst a 'Woman's march' organized by the anti-immigrant Alternative for Germany party (AfD) in Berlin, Germany, February 17, 2018. REUTERS/Axel Schmidt

Foto: AXEL SCHMIDT / REUTERS

Berlin. Der von der AfD-Anhängerin Leyla Bilge organisierte sogenannte „Marsch der Frauen“ war um etwa 14.30 Uhr am Mehringplatz in Kreuzberg gestartet. An der Kreuzung Friedrichstraße, Kochstraße war die Route jedoch durch Gegendemonstranten versperrt.

Die Polizei forderte die Blockierenden auf, ihre als „Spontanversammlung“ gewerteten Proteste einige 100 Meter weiter zu verlegen, was sie jedoch nicht taten. „Es geht jetzt darum, einen Weg zu finden, um den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren, andererseits aber dem Recht auf Versammlungsfreiheit Geltung zu verschaffen“, sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel. Gegen 18 Uhr löste sich die AfD-Veranstaltung daher auf. Die Teilnehmer beschlossen, in kleinen Gruppen zum Kanzleramt zu ziehen. Dort trafen nach Polizeischätzung 300 Menschen ein und hielten weitere Reden. „Eine kleine Zahl“ Gegendemonstranten war ebenfalls dort.

Am Startpunkt des Marschs hatten sich laut Polizei rund 450 Teilnehmer versammelt, unter denen etwa gleich viele Frauen und Männer waren. Einer der Redner behauptete mit Blick auf die Flüchtlingspolitik, Frauen seien darauf angewiesen, von Männern beschützt zu werden, weil sie sonst „zum Freiwild“ würden. Organisatorin Leyla Bilge skandierte ebenfalls mit Blick auf Flüchtlinge: „Wir lassen uns nicht mehr vergewaltigen, und wir lassen uns erst recht nicht mehr ermorden.“

Unter den Demonstranten war auch der Berliner AfD-Abgeordnete Frank-Christian Hansel, der die Teilnahme als „Bürgerpflicht“ bezeichnete. Unter den Gegendemonstranten war die Berliner Bundestagsabgeordnete der Grünen, Canan Bayram. „Wer Menschenrechte missachtet wie die Rassisten, kann keine Frauenrechte verteidigen“, sagte sie.

Am Rande kam es zu Rangeleien zwischen Polizei und Gegendemons­tranten. Ein Mann wurde beim „Marsch der Frauen“ festgenommen, weil er ein verbotenes Messer mit sich führte.