Tattoo-Studio

Charity-Aktion im Tattoo-Studio: Liebe geht unter die Haut

Tattoos für Kinder: Ein Charlottenburger Tattoostudio tätowierte einen Tag lang für den guten Zweck, um Kinder in Not zu unterstützen.

Das Charlottenburger Tattoostudio "Painful Love Tattoo" hat am Valentinstag Spenden für Kinder in Not gesammelt.

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Berlin. Der 14. Februar steht jedes Jahr im Zeichen der Liebe: Rote Rosen, Herzen und... Tattoos! Für das Tattoostudio „Painful Love Tattoo“ in Charlottenburg war der Valentinstag der perfekte Anlass für eine Charity-Aktion. Den ganzen Tag lang wurde für den guten Zweck tätowiert. Unterstützer der Aktion konnten ohne Voranmeldung in das Studio kommen und sich kleine Motive stechen lassen. Die Einnahmen der Tätowierer werden vollständig gespendet.

Außerdem konnten im Laden Sachspenden abgegeben werden. Bereits seit Samstag erhielt das Studio Spendenpakete aus ganz Deutschland. Die Geld- und Sachspenden sollen vor allem Kindern zu Gute kommen, die von der Kinder-Hilfsorganisation „Straßenkinder e.V.“ betreut werden. Außerdem werden die Tierschutzorganisation „Gnadenhof & Wildtierrettung Notkleintiere e.V.“ und das „Kinder-Hospiz Sternenbrücke“ unterstützt.

„Wir geben den Kindern ein Stück Liebe zurück“

Initiator der Charity-Veranstaltung ist Tattoostudiobesitzer Julian Greif. Für ihn ist klar, dass er etwas zurückgeben möchte. „Wir können unsere Kunst ausleben, wir können unsere Kinder versorgen. Das ist leider bei vielen Familien anders.“ Insbesondere den Umweg des Kindergeldes über die Erziehungsberechtigten sieht er als Problem. Das Geld vom Staat komme oft nicht dort an, wo es hin solle: beim Kind.

Der Valentinstag, der Tag der Liebe, war für Greif perfekt für die Charity-Aktion: „Wir geben den Kindern ein Stück Liebe zurück.“ Oft würde tätowierten Menschen mit Vorurteilen begegnet, insbesondere wenn es um den Umgang mit Kindern geht. „Viele denken, wenn kleine Kinder volltätowierte Menschen sehen, dann rennen die schreiend weg“, so der Studiobesitzer. Doch die meisten Tätowierer seien ganz liebe, umgängliche Menschen. Und das würden auch die Kinder merken.

Was als kleine Facebook-Veranstaltung begann, wurde schnell zur deutschlandweiten Aktion

Die Aktion war zunächst nur als kleines Hilfsprojekt geplant. Mit einem Facebook-Post fing alles an. Doch dann erreichten die Veranstalter Mails und Anrufe von Menschen aus ganz Deutschland, die sich gerne beteiligen wollten. Besonders beeindruckende Hilfe kam aus Dortmund. Die Unterstützer der Hilfsorganisation „Hardcore Help Foundation“ fuhren für die Aktion sechshundert Kilometer weit nach Berlin, um dreißig Kartons mit Sachspenden zu übergeben. „Da kriegst du Pipi in den Augen“, so Greif.

Die gesamte Resonanz auf die Veranstaltung war unglaublich. Kistenweise wurden Spielzeuge, Kleidung und Tierfutter vorbeigebracht. Der angemietete Umzugstransporter für die Sachspenden war schon am Mittag so weit gefüllt, dass weitere Spenden beim Nachbarunternehmen zwischengelagert werden mussten. Auch das benachbarte Café „KuchenZeit“ unterstützte die Aktion, indem die Angestellten die Tattoobegeisterten mit Kaffee und Backwaren versorgten. Das Tattoostudio erhielt sogar prominente Unterstützung. "Berlin - Tag & Nacht"-Darstellerin Jazzy Gudd, besser bekannt als „Eule“, machte mit einem Facebook-Video auf die Aktion aufmerksam und schaute abends persönlich im Studio vorbei.

Die Tageseinnahmen belaufen sich auf mehr als 5000 Euro und kommen nun den Organisationen zu Gute. Für den Erfolg der Charity-Veranstaltung haben die Mitarbeiter des Tattoostudios in der Kaiser-Friedrich-Straße Tag und Nacht gearbeitet. Am Freitag sollen die Sachspenden vom gesamten Team persönlich an die Kinder von „Straßenkinder e.V.“ übergeben werden.