Personalmangel

Wartezeit am Standesamt: Lage zum Teil weiterhin angespannt

An Berlins Standesämtern hat sich die Lage in vielen Bezirken gebessert. Mancherorts wartet man aber immer noch lange auf einen Termin.

Wer heiraten will, muss in Mitte und Pankow länger auf einen Standesamttermin warten (Archiv)

Wer heiraten will, muss in Mitte und Pankow länger auf einen Standesamttermin warten (Archiv)

Foto: dpa Picture-Alliance /

Berlin. Die Lage in den Standesämtern der Berliner Bezirke Mitte und Pankow ist nach Einschätzung des Senats weiterhin angespannt. Ursache seien ein hoher Krankenstand und viele Fälle mit komplizierten Rechtsfragen, teilte Innenstaatssekretärin Sabine Smentek auf eine Anfrage der CDU im Abgeordnetenhaus mit. Aus den anderen Bezirken würden keine außergewöhnlichen Rückstände gemeldet.

Generell würden Sterbefälle und Geburten wegen ihrer Bedeutung vorrangig behandelt, hieß es. Dadurch könne es etwa bei Eheschließungen zu Wartezeiten kommen. In der Vergangenheit hatten sich Heiratswillige in Mitte und Pankow für einen Beratungstermin mitunter bereits nachts angestellt. Mittlerweile werden die Termine Wochen im Voraus online vergeben. Die Eheschließung muss im Standesamt des Bezirkes angemeldet werden, in dem der Haupt- oder Nebenwohnsitz liegt.

Der rot-rot-grüne Senat hatte angesichts des Personalmangels in den Standesämtern unter anderem im vergangenen September in einem Schnellkurs 28 Standesbeamte ausbilden lassen. Einem Aufruf an pensionierte Beamte zur begrenzten Rückkehr in den Dienst folgten nach Angaben Smenteks aber nur zwei Ruheständler. Sechs Regierungsinspektoren begannen im September für neun Monate einen Dienst zur kurzfristigen Unterstützung der Ämter. Innerhalb von 48 Stunden sollen betroffene Behörden zudem Hilfe aus anderen Bezirken bekommen. Dies sei bislang aber kaum zur Geltung gekommen.

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