Cottbus/Berlin

Auf einen Handwerker-Termin muss man monatelang warten

Mit der steigenden Nachfrage nach Handwerkern verlängern sich die Wartezeiten in Berlin und Brandeburg teilweise bis auf Monate.

In Ostbrandenburg liegen die Wartezeiten für Tischler bei bis zu neun Monaten

In Ostbrandenburg liegen die Wartezeiten für Tischler bei bis zu neun Monaten

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Cottbus/Berlin.  Die heiß gelaufene Baukonjunktur macht sich aus Sicht der Auftraggeber negativ bemerkbar. Die übergroße Nachfrage nach Handwerkern verlängert die Wartezeiten in der Region immer weiter. Privatkunden mit kleinen Aufträgen würden von den Betrieben nicht benachteiligt, versichern die vier Handwerkskammern in Brandenburg und Berlin. Man könne aber derzeit kaum mit einem kurzfristigen Termin rechnen.

In Berlin betragen die Wartezeiten zehn bis zwölf Wochen, berichtete Kammersprecher Daniel Jander. Rund neun Wochen sind es im Durchschnitt in Westbrandenburg, acht Wochen in Südbrandenburg und „drei Monate und mehr“ in Ostbrandenburg. Dort hätten Baubetriebe Vorlaufzeiten von mindestens sechs Monaten, Tischler sogar bis zu neun Monaten, sagte Michael Thieme von der Handwerkskammer Frankfurt (Oder).

Bei großen Bauvorhaben sei der Auftragsstau üblicherweise kein Pro­blem, weil diese Jahre im Voraus geplant würden, erläuterte Jander. Da seien die entsprechenden Wartezeiten bereits einkalkuliert. Es sei „definitiv nicht so“, dass sich die Betriebe nur noch Großaufträge herauspickten und die kleinen Jobs links liegen ließen. Größere öffentliche Aufträge seien sogar eher unbeliebt, „weil der bürokratische Aufwand hoch ist“.

Die Geschäftslage in Südbrandenburg sei 2017 so gut wie nie gewesen, so Michel Havasi von der Handwerkskammer Cottbus. 96,3 Prozent der Betriebe, drei Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor, hätten sie mit gut oder zufriedenstellend bewertet. „Die Unternehmen geraten mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenzen. Sie halten an ihrem Personal fest. Es fehlen zusätzliche Fachkräfte und Auszubildende. Mitunter dauert es Wochen und Monate, freie Stellen zu besetzen“, schildert Havasi die Situation. Die Folge seien längere Wartezeiten für die Auftraggeber. „Dieser Zustand ist nicht schnell zu beheben. Im Gegenteil: Er wird sich künftig weiter verschärfen.“

Die Handwerkskammer Potsdam empfiehlt allen Kunden die rechtzeitige Planung von Projekten: „Geduld ist das Gebot der Stunde“, sagt Sprecherin Ines Weitermann. Auch in Ostbrandenburg zeigen alle Wirtschaftsindikatoren seit zwei Jahren nach oben. „Es brummt. Und manchmal quietscht es schon“, sagte Thieme von der Handwerkskammer Frankfurt. Mit den vielen und guten Aufträgen mache sich für die Handwerksbetriebe bemerkbar, „dass der Arbeitsmarkt kaum noch Reserven bietet“.

Kammern: In Notfällen ist Hilfe weiter schnell zur Stelle

Stammkunden würden vorrangig bedient. „Die Hektik und Ansprüche der 1990er-Jahre und das preisliche Ausquetschen der 2000er sind vorbei“, machte Thieme deutlich. Handwerker gäben das Kunden auch zu verstehen „und manchmal kein Angebot mehr ab, wenn der Umgangston und das Miteinander nicht stimmen“. In Notfällen wie bei einem Rohrbruch sind Handwerker nach Aussage aller vier Kammern noch immer schnell an Ort und Stelle. Das sei meist mit Eigentümern oder Hausverwaltungen vertraglich geregelt, erklärt Jander. „Zudem werden lukrative Zuschläge bezahlt.“

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