Braune Brühe

Gesundheitsamt sperrt Trinkwasser in Polizeiwache

Probleme mit Keimen im Leitungswasser bei der Polizei gibt es nun auch in Schulzendorf. Die Beamten bekommen Trinkwasserflaschen.

Braunes Wasser kommt aus der Leitung bei der Polizeiwache an der Friesenstraße in Kreuzberg (Archiv)

Braunes Wasser kommt aus der Leitung bei der Polizeiwache an der Friesenstraße in Kreuzberg (Archiv)

Foto: privat

Berlin. Bei der Polizei gibt es in weiteren Immobilien Probleme mit dem Trinkwasser. Nach einer Wache in Kreuzberg, in der seit Monaten braunes Wasser aus der Leitung fließt, gibt es ähnliche Probleme in Schulzendorf. Dort ist das Wasser so verkeimt, dass das Gesundheitsamt Reinickendorf die Trinkwasserentnahme in einem Haus kurzerhand verboten hat. In einem Gutachten, das der Berliner Morgenpost vorliegt, heißt es, dass bei Proben, die am 1. Februar auf der Herrentoilette entnommen wurden, eine erhöhte Keimbelastung festgestellt worden war. Der zulässige Grenzwert wurde um das doppelte überschritten. Ferner wurden eingetrübtes Wasser, Schwebteile und bräunliche Substanz an weiteren Trinkwasserstellen festgestellt.

Die Beamten bekommen nun Trinkwasserflaschen

Die Probleme ähneln denen, die es in einer Wache an der Friesenstraße in Kreuzberg gibt. Dort läuft seit Monaten braunes Wasser aus dem Hahn. Auch nach mehreren Medienberichten hat sich an der Situation nichts geändert. In einem internen Schreiben wird der Behördenleitung vom Personalrat der Direktion Einsatz Untätigkeit vorgeworfen. Bereits im November hatte eine Überprüfung durch Experten ergeben, dass die Schwermetallbelastung des Wassers deutlich zu hoch ist. Die Grenzen für Blei, Mangan und Eisen wurden um ein Vielfaches überschritten.

Anfang dieser Woche gab es ein Treffen mit dem Eigentümer der Polizeiwache, der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Bei dem Treffen wurde entschieden, die betroffenen Warmwasserleitungen abzuklemmen und Durchlauferhitzer an den Kaltwasserleitungen anzubringen. Untersuchungen hatten gezeigt, dass das braune Wasser auf Ablagerungen im Warmwasserspeicher zurückzuführen sind. Außerdem sollen Trinkwasserflaschen für die Beamten zur Verfügung gestellt werden.

Der neue Fall aus Schulzendorf erzürnt vor allem die Gewerkschaften. "Der aktuelle Zustand in Schulzendorf zeigt sehr deutlich, dass keinesfalls nur in den Leitungen an der Friesenstraße Gesundheitsgefahren für unsere Kollegen lauern. Es muss endlich zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass regelmäßig Proben genommen und die detaillierten Werte den Personalvertretungen umgehend zur Verfügung gestellt werden", sagte der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro.

Auch in Schulzendorf waren es Polizeibeamte, die auf das verdreckte Trinkwasser aufmerksam machten und Kontrollen forderten. "Sollten die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung überschritten werden, sind umgehend Maßnahmen, auch baulicher Natur, einzuleiten. Bei der Gesundheit unserer Kollegen darf nicht gespart werden", sagte Jendro der Berliner Morgenpost.

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