Landesentwicklungsplan

Gemeinsame Pläne für neues Wohnen und Gewerbe

Berlin und Brandenburg wollen die Region gemeinsam entwickeln - und Wohnraum für 250.000 Menschen schaffen.

In Falkensee (Brandenburg) an der Grenze zu Spandau sind in den vergangenen Jahren bereits viele neue Wohnungen entstanden

In Falkensee (Brandenburg) an der Grenze zu Spandau sind in den vergangenen Jahren bereits viele neue Wohnungen entstanden

Foto: dpa Picture-Alliance / Nestor Bachmann / picture alliance / dpa Themendie

Berlin. Lange hatten sich Berlin und Brandenburg in gemeinsamen Planungsfragen wenig zu sagen. Während Berlin damit kämpfte, den Wohnungsbau endlich in Gang zu bringen, verhedderte sich die Brandenburger Landesregierung in einer komplizierten und unbeliebten Gebietsreform. Das soll sich jetzt ändern – und ist auch dringend nötig.

Seit Montag liegt der neue Entwurf des gemeinsamen Landesentwicklungsplans aus. Dabei gehe es vor allem um den Erhalt und die Weiterentwicklung des Berliner Siedlungssterns und die Ausweisung von neuen Wohngebieten und Gewerbeflächen. Insgesamt sollen so neue Siedlungsflächen für 250.000 Menschen entstehen.

„Der Siedlungsstern ist eine historische Besonderheit, die wir nicht aufgeben sollten“, sagt Brandenburgs Ministerin für Infrastruktur, Kathrin Schneider (SPD). „Bei uns sollen die Freiräume zwischen den Siedlungs­achsen nicht einfach zugebaut werden, sondern für Natur und Erholungsräume erhalten bleiben.“

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Das sehen die Berliner genauso. „Seit Jahren stellt sich die Frage, wo es sinnvoll ist, neue Gewerbegebiete entstehen zu lassen und wo nicht, um bestehende Strukturen nicht zu gefährden“, sagt der Stadtentwicklungsexperte der SPD-Fraktion, Daniel Buchholz. Vor dem Hintergrund der großen Wohnungsknappheit in Berlin gehe es aber auch darum, Gewerbe- und Grünflächen zu sichern. „Wir wollen in Berlin und Brandenburg nicht alles zupflastern“, sagte Buchholz. „Das wird noch ein zähes Ringen geben.“

Der Landesentwicklungsplan reagiert auf das Wachstum in Berlin und Brandenburg und berücksichtigt die angrenzenden Metropolregionen wie Stettin, Breslau, Leipzig und Hamburg. Direkt hinter der Stadtgrenze sollen zwei neue Siedlungsachsen nach Wandlitz und Werneuchen entstehen. Die bestehende Achse wird über Hennigsdorf hinaus nach Oberkrämer verlängert. Die brandenburgischen Mittelzentren sollen um Angermünde, Luckau, Blankenfelde-Mahlow und Hoppegarten ergänzt werden. In diesen Städten sollen die Zentren gestärkt werden, um Zersiedlungstendenzen zu stoppen.

Berliner und Brandenburger haben nun bis zum 4. April die Möglichkeit, Anregungen und Kritik an den Plänen zu äußern. Der Entwicklungsplan liegt in den Rathäusern der Bezirke und den Brandenburger Kreisverwaltungen zur Einsicht aus.

Parallel zum Entwicklungsplan arbeiten die Landesregierungen in Berlin und Brandenburg an einem gemeinsamen Nahverkehrsplan, der die Mobilität in der wachsenden Region sicherstellen soll.

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