Öffentlicher Dienst

Berlin vergibt Tausende neue Jobs

Berlins Verwaltung und die Landesunternehmen haben in diesem Jahr mehr als 8000 Neueinstellungen geplant. Hier gibt es die neuen Jobs.

Lehrerin vor einer Schulklasse

Lehrerin vor einer Schulklasse

Foto: imago stock / imago/Westend61

Berlin. Wer Interesse an einem Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst hegt, hat in diesem Jahr besonders gute Chancen. Die Verwaltungen und auch die Landesunternehmen suchen so viele neue Kräfte wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Voraussichtlich mehr als 8000 Mitarbeiter werden 2018 neu eingestellt, das hat die Berliner Morgenpost aus Senatskreisen erfahren, davon etwa 7000 in den Senats- und Bezirksverwaltungen einschließlich Polizei, Feuerwehr und Schuldienst.

Die hohe Zahl hat zwei Gründe. Zum einen rechnet die auch für das Personal zuständige Senatsfinanzverwaltung mit einem im Vergleich zum Vorjahr erheblichen Zuwachs derjenigen, die in den Ruhestand gehen oder aus anderen Gründen den öffentlichen Dienst verlassen. Das sind voraussichtlich mehr als 3500 Vollzeit-Mitarbeiter gegenüber knapp 3000 im vergangenen Jahr.

Außerdem wurden angesichts der wachsenden Stadt und der auch vorhandenen Einnahmen zusätzliche Stellen bewilligt und über den Landeshaushalt für 2018/2019 finanziert. Insgesamt sind es 5300 Stellen in dieser Haushaltsperiode, in diesem Jahr allein rund 3500.

Die Senatsfinanzverwaltung hält sich mit Einstellungszahlen noch zurück. Sie kann bislang auch nicht sagen, wie viele Mitarbeiter im vergangenen Jahr ihren Dienst antraten, der jährliche Bericht über Außeneinstellungen, Entfristungen und befristete Weiterbeschäftigungen ist noch nicht abgeschlossen.

„Da noch nicht alle Rückmeldungen der Dienststellen vorliegen, sind belastbare Aussagen zur Höhe der Einstellungen für 2017 derzeit nicht möglich“, sagte ein Sprecher der Finanzverwaltung der Berliner Morgenpost. Nicht unwahrscheinlich, dass man auch schon im vergangenen Jahr der Zahl 8000 nahe kam. 2016 wurden rund 7600 Einstellungen registriert. Ein Blick auf einzelne Berufsgruppen:

Lehrer: Hier ist erneut ein Zuwachs verabredet – und angesichts der steigenden Schülerzahlen auch dringend erforderlich. Rund 33.000 Lehrer sind in Berlin laut Bildungsverwaltung an staatlichen Schulen tätig. In diesem Jahr sollen, umgerechnet auf Vollzeit-Stellen, mindestens 2200 Lehrer eingestellt werden, davon sind etwa 1200 zusätzlich, rund 1000 Lehrer gehen in Pension. Knapp die Hälfte davon entfällt auf Grundschulen. Beate Stoffers, Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung, rechnet mit einer ähnlichen Quereinsteiger-Quote wie im vergangenen Jahr. Im Sommer 2017 betrug sie nach Angaben der Gewerkschaft GEW etwa 46 Prozent, an den Grundschulen lag sie sogar bei 56 Prozent.

Polizei: Im Vollzugsdienst der Polizei arbeiten rund 16.500 Beamte. In diesem Jahr kommen nach Angaben der Innenverwaltung 888 Dienstkräfte neu hinzu, davon 528 im mittleren und 360 im gehobenen Dienst. 550 Beamte scheiden aus dem Dienst aus.

Feuerwehr: Der Personalbestand bei der Berufsfeuerwehr liegt laut Finanzverwaltung bei rund 3700 Vollzugsmitarbeitern. Mehr als 200 sollen in diesem Jahr hinzukommen, voraussichtlich rund 70 gehen in den Ruhestand.

Finanzverwaltung: Dort arbeiten derzeit, einschließlich der Finanzämter, rund 8750 Mitarbeiter. In diesem Jahr kommen nach Verwaltungsangaben 166 neue Stellen hinzu. Zusätzlich beginnen 170 Steueranwärter und 180 Finanzanwärter ihre zwei- beziehungsweise dreijährige Ausbildung in den Finanzämtern. Voraussichtlich werden etwa 270 Finanzbeamte in Pension gehen. Diese frei werdenden Stellen werden mit den Laufbahnabsolventen von 2018 nachbesetzt.

Erzieher: In den Kita-Eigenbetrieben sind derzeit rund 6000 Erzieherinnen und Erzieher beschäftigt. In diesem Jahr wird es voraussichtlich etwa 450 Neueinstellungen geben. Die Zahl der in diesem Jahr ausscheidenden Kollegen lässt sich nicht prognostizieren, sie hängt stark davon ab, wie viele Mitarbeiterinnen in Mutterschutz oder Erziehungsurlaub gehen. Ob es zu den geplanten Neueinstellungen in dieser Größenordnung kommt, ist allerdings noch nicht ausgemacht. Bei Erziehern herrscht ein deutlicher Fachkräftemangel. Es ist also fraglich, ob alle Stellen besetzt werden können. Das gilt auch für andere Berufsgruppen, etwa Bauingenieure, die insbesondere von den Bezirken gesucht werden oder Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst.

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