Berlin

Gestern –

Fotos der Stiftung Berliner Mauer zeigen das geteilte Berlin. Die Berliner Morgenpost hat die Orte erneut besucht

Es ist der besondere Blick, den diese Fotos zeigen. Sie wurden gemacht von Privatleuten, nicht von professionellen Fotografen. Geschossen mit der Kamera von Berlinern aus Ost und West, die mit der Mauer leben mussten. Die Stiftung Berliner Mauer besitzt Tausende solcher Fotos. Es sind die Schätze ihres Archivs, besonders die Fotos der Berliner aus den Jahren 1961 bis 1989.

Oft stammen die Bilder aus Privatbesitz und werden der Stiftung vermacht, um die Geschichte der geteilten Stadt besser und dichter erzählen zu können. „Es sind nicht die ikonischen Bilder, die Fotos, die um die Welt gingen und die jeder kennt“, sagt Gesine Beutin, Pressesprecherin der Stiftung. „Häufig wird erst auf den zweiten Blick eine spannende Geschichte erzählt.“ Viele dieser Fotos sind bis heute unveröffentlicht. Das soll sich jetzt ändern.

Die Stiftung Berliner Mauer zeigt aus Anlass des Zirkeltages eine Sonderausstellung mit Fotos aus je 28 Jahren Berlin – 10.315 Tage mit und 10.315 Tage ohne Mauer. 13. August 1961 bis 9. November 1989. 9. November 1989 bis heute. Ein Vorher/Nachher. Jeweils ein Bild repräsentiert jeweils ein Jahr zwischen 1961 und 2018. Die 58 Aufnahmen öffnen unbekannte Perspektiven deutsch-deutscher Identität im Schatten der Mauer.

Und sie machen eine Entwicklung deutlich. Denn die Fotos zeichnen nach, wie sich die Mauer über fast drei Jahrzehnte entwickelte und zeigen Veränderungen der Stadt entlang des ehemaligen Grenzstreifens. Im Fokus stehen unterschiedliche Orte und Menschen in der Stadt – mal im Zentrum, mal am Stadtrand. „Die Fotografien zeugen vom alltäglichen Leben mit der Teilung in Ost- und West-Berlin, aber auch von politischer Brisanz und Erinnerungspolitik“, heißt es in einem Begleittext der Stiftung.

Die Berliner Morgenpost hat zum Gestern noch das Heute hinzugefügt. Unser Fotograf hat noch einmal die Orte besucht, die verschiedene Berliner zu Zeiten der Teilung fotografiert hatten. Das Gegenüberstellen der Bilder zeigt, welchen Sprung diese Stadt in den vergangenen 28 Jahre gemacht hat. Heute ist Berlin zusammengewachsen. Von der Teilung zeugt nur noch wenig. Umso wichtiger sind also die historischen Fotos. Weitere Vorher-Nachher-Bilder finden Sie als Slider im Internet unter: https://interaktiv.morgenpost.de/berliner-mauer-damals-heute/

Die Ausstellung „28 Jahre Berlin – mit und ohne Mauer“ läuft bis 15. August 2018. Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, montags geschlossen. Eintritt frei. Eröffnung mit Podiumsdiskussion morgen, am 5. Februar, um 17 Uhr (Gedenkstätte Berliner Mauer/ Besucherzentrum, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin).