Charité Berlin

Rettungsstelle für Kinder öffnet wieder rund um die Uhr

Der Personalengpass an der Charité in Steglitz ist überwunden. Die Betriebszeiten waren zwei Monate lang eingeschränkt.

Das Klinikum Benjamin Franklin

Das Klinikum Benjamin Franklin

Foto: imago stock / imago/Schöning

Berlin. Die Kinderrettungsstelle am Charité-Klinikum Benjamin Franklin (Steglitz-Zehlendorf) ist vom 1. Februar an wieder rund um die Uhr geöffnet. Das teilte der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei, der Berliner Morgenpost auf Anfrage mit. Zwei Monate waren dort die Betriebszeiten eingeschränkt.

Seit 1. Dezember 2017 war die Notaufnahme für Kinder montags bis freitags nur von 8 bis 16 Uhr, am Wochenende von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Zu den übrigen Zeiten wurden die Patienten an andere Krankenhäuser oder Kinderarztpraxen im Umfeld verwiesen oder mit einem hauseigenen Krankentransport ins Virchow-Klinikum der Charité (Wedding) gebracht. Die Charité hatte ihren Schritt mit einem zeitlich begrenzten Mangel an Fachärzten begründet. Wegen Schwangerschaft oder Mutterschutz von Fachärztinnen sowie Krankheitsfällen könne vorübergehend keine qualitativ vertretbare kinderärztliche Notfallversorgung gewährleistet werden, hieß es seinerzeit.

Bis 15. Februar muss ein Gesamtkonzept vorliegen

Der Engpass sei nun überwunden, die Personaldecke aber weiterhin knapp, sagte Frei am Dienstag. Die Charité sei im Gespräch mit den Senatsverwaltungen für Wissenschaft und Gesundheit sowie mit der Kassenärztlichen Vereinigung, um für die wenigen Notfälle auch in Zukunft eine gute Versorgung zu sichern, so Frei. In der Steglitzer Kinderrettungsstelle werden pro Tag im Durchschnitt nur zehn Patienten behandelt, am Campus Virchow sind es mindestens zehnmal so viele.

Bis 15. Februar müsse die Leitung der Charité ein Gesamtkonzept zur Kindernotfallversorgung im Südwesten vorlegen, sagte Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach. Das Universitätsklinikum hatte seinen Beschluss, den Betrieb der Rettungsstelle vorübergehend einzuschränken, nicht mit dem Senat abgesprochen und wurde hart kritisiert. Dennoch wird in der Politik darüber diskutiert, die Kindernotaufnahme eventuell mittelfristig zu schließen. Wegen der geringen Nutzung und weil es am Benjamin Franklin schon seit vielen Jahren keine Kinderklinik mehr gibt, besteht dort ein Mangel an Fachpersonal.

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