Berlin

Tödlicher Unfall am Alexanderplatz

Ein Streifenwagen im Einsatz erfasst an der Grunerstraße den Wagen einer Frau. Für die 21-Jährige kommt jede Hilfe zu spät

Das Rettungsfahrzeug der Berliner Feuerwehr, das am Montagnachmittag den Unfallort an der Grunerstraße in Mitte verließ, fuhr ohne Blaulicht zurück zur Dienststelle. Für Eile gab es traurigerweise keinen Grund. Die Rettungskräfte waren gerufen worden, weil eine 21-Jährige in ihrem Wagen mit einem Einsatzfahrzeug der Polizei zusammengeprallt war. Sie starb trotz aller Bemühungen des Notarztes noch an der Unfallstelle an ihren schweren Verletzungen – und ist damit die dritte Verkehrstote des neuen Jahres.

Für die Rettungskräfte war der Einsatz beendet, für ihre Kollegen von der Rüstgruppe dagegen noch nicht. Sie hatten noch lange mit den Aufräumarbeiten zu tun, der Unfallort nahe dem Alexanderplatz ähnelte nach Aussagen von Zeugen des tragischen Geschehens einem Trümmerfeld. Autoteile lagen weit verstreut umher, ein Blick auf das Fahrzeug der Frau ließ erahnen, mit welcher Wucht sich das Polizeiauto in die Fahrerseite des Wagens der Getöteten gebohrt hatte.

Widersprüchliche Aussagen der Unfallzeugen

Für die Verkehrsermittler ging währenddessen die Arbeit erst richtig los. Die Unfallstelle ist für ihre Gefährlichkeit bekannt. Links und rechts verlaufen drei Fahrspuren, in der Mitte gibt es Parkplätze. Beinahe täglich kommt es hier zu gefährlichen Situationen, wenn Autofahrer ein- und ausparken. Die Beamten konnten zwar auf zahlreiche Zeugen des Unfalls zurückgreifen, deren Aussagen waren allerdings widersprüchlich, sagte ein Polizeisprecher. Eine Version besagt, dass die Fahrerin des Renault Clio von der rechten Fahrspur der Grunerstraße auf die linke Spur wechseln wollte, um zu einem Parkplatz auf der Mittelinsel zu gelangen. Andere Zeugen gaben an, die Frau sei beim Ausparken von der Mittelinsel mit dem Funkstreifenwagen zusammengeprallt. Die Insassen des Polizeifahrzeugs konnten zunächst nicht befragt werden. Sie standen nach dem Unfall unter Schock und wurden im Krankenhaus behandelt.

Bei dem Polizeiauto handelte es sich um ein Einsatzfahrzeug des Abschnitts 32. Es war gerade mit Blaulicht auf dem Weg zu einem Raubüberfall am Potsdamer Platz. Ob zum Zeitpunkt des Zusammenpralls auch die Sirene eingeschaltet war, wird derzeit geprüft. Sie wird häufig nur bei besonderen Risikosituationen eingeschaltet, etwa wenn ein Einsatzfahrzeug bei Rot in eine Kreuzung einfährt. Der Beamte am Steuer des Funkstreifenwagens konnte nicht mehr reagieren. Zu abrupt tauchte die Pkw-Fahrerin mit ihrem Auto auf der Spur auf, auf der die Beamten unterwegs waren. Die 21-Jährige hatte keine Chance – der Streifenwagen bohrte sich mit voller Wucht auf der Fahrerseite in ihren Wagen. Sowohl die Bergungsarbeiten als auch die Unfallaufnahme nahmen Stunden in Anspruch. Bis zum späten Nachmittag war die Unfallstelle gesperrt, im Bereich des Alexanderplatzes und der Straße Unter den Linden kam es zu Verkehrsbehinderungen.