Innere Sicherheit

NRW-Polizeiexperte: Anis Amri galt nicht als hochgefährlich

Laut Experteneinschätzung galt es als unwahrscheinlich, dass der spätere Berlin-Attentäter Anis Amri einen Anschlag verüben würde.

Der Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz: Hier verübte Anis Amri den Anschlag, bei dem zwölf Menschen starben

Der Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz: Hier verübte Anis Amri den Anschlag, bei dem zwölf Menschen starben

Foto: Carsten Koall / Getty Images

Berlin. Der islamistische Attentäter Anis Amri ist zehn Monate vor dem Terroranschlag in Berlin von den deutschen Sicherheitsexperten nicht als hochgefährlich eingestuft worden. Das sagte der damalige Leiter des politischen Staatsschutzes im nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt, Klaus-Stephan Becker, am Freitag im Berliner Untersuchungsausschuss.

Breitscheidplatz: Ein Jahr nach dem Anschlag

Amri habe in einer Besprechung des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums am 17. Februar 2016 und auch später noch die Gefährdungsstufe 5 von 8 erhalten. Das habe bedeutet, ein Anschlag werde für "eher unwahrscheinlich" gehalten, sagte Becker. Diese damalige Bewertung der Polizeiexperten aus den Ländern und vom Bund sei einhellig gewesen.

Bei dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche starben am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen, mehr als 70 wurden verletzt.

TV-Doku zeigt Chronik des Versagens im Fall Anis Amri

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