Luftverkehr

Keine Erstattung für Tausende Air-Berlin-Kunden

Tausende Passagiere der Pleite-Airline bleiben auf den Kosten verfallener Flugtickets sitzen. Auch dem Bund entstehen hohe Ausfälle.

Air Berlin unter dem Hammer

Die Ex-Airline versteigert per Online-Auktion rund 800 Air-Berlin-Produkte - vom Schokoherzen bis zum Flugzeugsitz.

Air Berlin unter dem Hammer

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Berlin. Zahlreiche Passagiere mit verfallenen Flugtickets der insolventen Air Berlin können nicht mehr mit einer Erstattung rechnen. Das wurde bei der Gläubigerversammlung am Mittwoch in Berlin deutlich.

Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Lucas Flöther sagte, das Unternehmen sei nicht einmal in der Lage, einen Kredit komplett zurückzuzahlen, mit dem der Bund die Airline nach dem Insolvenzantrag in der Luft gehalten hatte. Von den 150 Millionen Euro würden voraussichtlich mindestens 75 Millionen Euro zurückgezahlt, sagte der Sprecher. "Das ist eine vorsichtige Prognose."

Laut einem Bericht der Recherchegemeinschaft von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung sind von dem Darlehen derzeit noch 84 Millionen nicht zurück gezahlt worden. Insgesamt könnte die Air-Berlin-Pleite den Staat laut dem Bericht rund 200 Millionen Euro kosten. So schulde die insolvente Airline auch dem Fiskus noch 75 Millionen Euro an Steuern.

Gesamthöhe der Forderungen an Air Berlin liegt wohl über einer Milliarde Euro

Zudem warte auch die Arbeitsverwaltung noch auf Geld von Air Berlin. Die Bundesagentur für Arbeit hatte nach der Zahlungsunfähigkeit die Löhne und Gehälter der 7200 in Deutschland beschäftigten Mitarbeitern von August bis Oktober 2017 übernommen. Damit ist die Fluglinie der Arbeitsverwaltung 46,3 Millionen Euro schuldig. Das sogenannte Insolvenzgeld ist eine gesetzliche Regelung für Unternehmen, die zahlungsunfähig werden.

Air Berlin hatte am 15. August Insolvenz angemeldet. Wer vor diesem Tag gebucht hat, geht voraussichtlich leer aus, weil die Forderung aus der Insolvenzmasse bedient wird. Betroffen sind nach früheren Angaben der Airline rund 100.000 Tickets. Forderungen können noch bis 1. Februar angemeldet werden, Flöther rechnet mit einer Gesamthöhe von mehr als einer Milliarde Euro.

Der Bundeskredit von 150 Millionen Euro muss als Massedarlehen vorrangig bedient werden. Bislang wurden davon rund 61 Millionen Euro zurückgezahlt.

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