Geheimdienst-Zentrale

BND-Palmen brauchten keine Baugenehmigung

Seit Jahren stehen an der BND-Zentrale in Mitte zwei Metall-Palmen. Versteckte Abhörtechnik? Der Senat hat mit der Legende aufgeräumt.

Eine künstliche Palme steht als „Kunst am Bau“ auf dem Gelände des Bundesnachrichtendienstes an der Chausseestraße

Eine künstliche Palme steht als „Kunst am Bau“ auf dem Gelände des Bundesnachrichtendienstes an der Chausseestraße

Foto: dpa

Berlin.  Der Senat hat die Aufstellung der beiden künstlichen Palmen am Neubau des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Mitte verteidigt. „Die Palmen (...) sind Kunstobjekte“, erklärte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in ihrer Antwort auf eine Grünen-Anfrage. „Im Rahmen eines Wettbewerbes zur Kunst am Bau konnte sich diese Variante gegen andere Bewerbungen durchsetzen.“ Eine Baugenehmigung sei damals wegen der Geringfügigkeit des Vorhabens und „unter Beachtung der Standsicherheit“ nicht nötig gewesen.

Die beiden 22 Meter hohen Palmen stehen schon seit mehreren Jahren auf der Rückseite des monströsen Neubaus an der Chausseestraße. Sie erinnern an ähnliche künstliche Palmen, die in manchen Touristenorten am Mittelmeer Sendemasten für die Handynetze sind.

Das Preisgericht für die Kunst am Bau hatte damals gelobt: „Die Palmen geben dem Gebäude eine seltsame Ortlosigkeit, die irgendwo im Niemandsland zwischen Wüste und Shopping Mall Momente der Verschiebung und Dislozierung schafft. Artifizielle, künstliche und tatsächliche Natur werden auf irritierende Weise ins Verhältnis gebracht. (...) Die räumliche Fernwirkung, Leichtigkeit und Höhe der Palmen setzen einen starken Kontrapunkt zur Strenge und Monumentalität der Fassade.“

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