Prozess in Berlin

Ex-Partnerin getötet: Anklage fordert lebenslange Haft

Die Staatsanwaltschaft fordert für den tödlichen Angriff auf seien Ex-Partnerin eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten (Archiv)

Die Staatsanwaltschaft fordert für den tödlichen Angriff auf seien Ex-Partnerin eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten (Archiv)

Foto: dpa

Er verschleppte den Sohn seiner ehemaligen Partnerin und brachte die 35-Jährige um. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft.

Berlin. Im Prozess um eine tödliche Messerattacke auf eine 35 Jahre alte Frau in Berlin-Heiligensee hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe für ihren ehemaligen Lebensgefährten gefordert. Der 32-Jährige habe seine Ex-Partnerin durch zwei Stiche in den Hals ermordet, begründete die Anklägerin am Dienstag vor dem Landgericht. Unmittelbar vor der Beziehungstat im Mai 2017 habe er den zwölfjährigen Sohn der Frau verschleppt, in einer Laube gefesselt und misshandelt. Das Urteil soll am 2. Februar verkündet werden.

Der Angeklagte hatte die Tötung gestanden. Im Affekt und aus für ihn „unerklärlichen Motiven“ sei es zu der Tat gekommen, erklärte der aus Bosnien stammende Mann. Die Frau, die sich nach etwa zweijähriger Beziehung getrennt hatte, sei seine große Liebe gewesen. Er bereue die Tat zutiefst. Sein Anwalt plädierte auf einen Schuldspruch unter anderem wegen Totschlags und beantragte insgesamt acht Jahre Haft.

Der 32-Jährige hatte dem entführten Jungen laut Anklage in der Laube die Wohnungsschlüssel abgenommen und ihm angekündigt, seine Mutter zu töten. Er habe das gefesselte Kind zurückgelassen und sei mit den Schlüsseln in die Wohnung seiner arg- und wehrlosen Ex-Partnerin eingedrungen - „um der Schmach zu begegnen, dass er seine große Liebe an einen Mann verloren hatte“, so die Staatsanwältin. Sie beantragte einen Schuldspruch wegen heimtückischen Mordes sowie Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung.

Mehr zum Thema:

Angeklagter gesteht, seine Ex-Freundin erstochen zu haben