Investitionspakt

Berliner Hochschulen werden für Millionen Euro saniert

Undichte Dächer, in die Jahre gekommene Labors, marode Bausubstanz: An Hochschulen in Berlin ist der Sanierungsbedarf offensichtlich.

Berlin schmückt sich gern mit dem Titel des größten Wissenschaftstandorts Deutschlands und lässt sich dies auch etwas kosten. Wurden den elf staatlichen Hochschulen zuletzt jährliche Budgetsteigerungen von 3,5 Prozent zugesagt, scheint auch das Geld aus dem sogenannten Investitionspakt Hochschulbau bei den Einrichtungen anzukommen. Das legt zumindest eine Liste mit den Sanierungsarbeiten nahe, die am Dienstag von Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach vorgestellt wurde. So wurden im Rahmen des Programms 73 von 139 Projekten realisiert, 20 weitere sollen bis Sommer folgen.

Am meisten wurde an der Freien Universität (FU) gemacht, darunter diverse Dach- und Fassadensanierungen. In der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität (HU) etwa wurde das Treppenhaus saniert, die Universität der Künste bekam eine Brandmeldeanlage.

Die großen Bauprojekte kommen noch

Als sich der Bund 2014 entschloss, den Ländern die Finanzierung des Bafög abzunehmen, war die Berliner Landeskasse schlagartig um 66 Millionen Euro pro Jahr voller. Der Senat entschied, 32 Millionen Euro davon in bauliche Maßnahmen an den Hochschulen zu investieren. Von 2015 bis 2017 standen also 96 Millionen Euro zur Verfügung, davon sei jeder einzelne Euro in die Wissenschaft geflossen, beteuerte Krach. 78 Millionen Euro in Maßnahmen mit einem Umfang von höchstens fünf Millionen Euro, die die Hochschulen selbst ausschreiben dürfen. Der Rest anteilig in größere Projekte wie den Bau des neuen Chemiegebäudes der FU. Mit fast 50 Millionen Euro bekommen FU, HU und Technische Universität (TU) den Löwenanteil.

Allerdings steht die meiste Arbeit noch bevor. Zwar wurde mehr als die Hälfte der Maßnahmen umgesetzt, allerdings waren sie eher kleinerer Natur (Beispiel: 12.000 Euro für eine feuersichere Pförtnerbox an der Musikhochschule Hanns Eisler). So wurden insgesamt erst 18 Millionen Euro verbaut. Die großen Brocken kommen noch, etwa die Instandsetzung des Forschungshauses an der Charité (drei Millionen Euro) oder die Sanierung eines Hörsaals an der TU (3,7 Millionen Euro).

Bis 2026 ist das Programm garantiert, weitere Projekte sind in Planung. Die Berliner Grünen loben das noch unter dem rot-schwarzen Vorgängersenat beschlossene Vorgehen, weisen aber darauf hin, dass der Abbau des Sanierungsstaus an den Hochschulen noch lange dauern wird. Dieser wird von FU-Präsident Peter-André Alt auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

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