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Sturm-Bilanz: Orkantief „Friederike“ verschont Berlin

Polizei und Feuerwehr melden am Morgen keine größeren Schäden. Auch der Fernverkehr der Deutschen Bahn rollt langsam wieder an.

Sturmtief "Friederike": Tote, Verletzte und Schienen-Chaos

Sturmtief „Friedericke“ ist mit großer Wucht über Deutschland hinweggefegt und hat mindestens drei Menschen getötet. Die Deutsche Bahn stellte ihren Fernverkehr bundesweit vollständig ein. ...

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Berlin hat das Orkantief „Friederike“ weitgehend unbeschadet überstanden. Polizei und Feuerwehr meldeten am Freitagmorgen keine größeren Schäden. „Ein paar Bäume standen schief und ein Bauzaun ist umgestürzt“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Viel mehr sei nicht passiert.

Am Berliner Hauptbahnhof warteten am Morgen Dutzende Menschen vor den Informationsschaltern der Deutschen Bahn. Ein bereitgestellter Aufenthaltszug war leicht besetzt, die Anzeigetafeln meldeten Ausfälle von Zügen nach München, Frankfurt, Basel und Amsterdam. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen waren noch wichtige Fernverkehrsstrecken gesperrt. „Deshalb müssen auch einige Züge von Berlin noch entfallen oder vorzeitig enden“, erklärte ein Bahnsprecher.

Im Regionalverkehr fielen einzelne Verbindungen aus. Die Strecke des RE 5 zwischen Oranienburg und Nassenheide blieb zunächst noch gesperrt. S- und U-Bahnen fahren nach Angaben der Betreiber normal.

Wegen des Orkans stellte die Deutsche Bahn den Fernverkehr am Donnerstagnachmittag bundesweit ein. Auch mehrere Flugverbindungen zwischen Tegel und Amsterdam sowie mehreren Städten im Westen Deutschlands wurden gestrichen, wie ein Flughafensprecher sagte. Grund war die verschärfte Wetterlage an den Abflugs- beziehungsweise Zielorten.

Brandenburg: Unfälle und Probleme im Nahverkehr

In Brandenburg meldete die Polizei am Donnerstagabend 14 Unfälle, die auf den Sturm zurückzuführen seien. Diese Zahl habe sich in der Nacht nicht erhöht, wie die Leitstelle am Freitagmorgen mitteilte. 450 Notrufe gingen demnach am Donnerstagnachmittag und am Abend bei der Behörde ein, die meisten davon in den betroffenen Gebieten in Südbrandenburg.

Im Nahverkehr fallen vor allem im Brandenburger Süden einige Linien teilweise oder sogar komplett aus. Betroffen waren am Morgen laut der Homepage der Bahn die Züge auf den Linien RE 3, RE 5, RE 7, RE 15, RE 18, RB 24, RB 31 und RB 49.

Umgestürzte Bäume, herabfallende Äste und umherfliegende Gegenstände haben außerdem das Stromnetz unterbrochen. Rund 2500 Haushalte im Netzgebiet der Mitteldeutschen Netzgesellschaft mussten am Freitagmorgen noch mit Störungen bei der Stromversorgung rechnen, wie das Unternehmen mitteilte. Betroffen waren die Landkreise Elbe-Elster, Teltow-Fläming, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.

Während des Sturmes am Donnerstag sind in Brandenburg zahlreiche Bäume umgestürzt. Ein Lastwagenfahrer starb am Donnerstag auf der Autobahn 13 (Berlin-Dresden), als sein Fahrzeug von einer Windböe erfasst wurde und umkippte. Am Abend hob der Deutsche Wetterdienst in Potsdam seine Warnungen vor orkanartigen Böen für Berlin und Brandenburg auf.

Fernverkehr rollt wieder an

Am Freitagmorgen rollten die ersten Züge deutschlandweit im Nah- und Fernverkehr wieder - weitgehend fahrplanmäßig. Reisende und Pendler müssen allerdings noch mit Einschränkungen rechnen. An vielen Bahnhöfen standen die Menschen am Morgen in langen Schlange vor den Informationsständen.

Über 200 beschädigte Streckenabschnitte vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Mitteldeutschland zählte die Bahn am Morgen, weitere könnten hinzukommen. „Wir fliegen aktuell Strecken mit Hubschraubern ab“, sagte ein Sprecher. Ist die Strecke frei, muss zuerst ein Zug ohne Fahrgäste durch, bevor sie endgültig für Züge mit Passagieren freigegeben werden kann.

Sechs Menschen sind durch den Orkan ums Leben gekommen

Nach dem schwersten Orkan seit mehr als zehn Jahren in Deutschland ist die Zahl der Toten bundesweit auf mindestens acht gestiegen. In Sachsen-Anhalt kamen durch das Sturmtief „Friederike“ zwei Männer ums Leben, wie die Polizei am Freitagmorgen mitteilte. Beide seien am Donnerstagabend ihren schweren Verletzungen erlegen. Nachdem der Fernverkehr am Donnerstag deutschlandweit eingestellt worden war, nahm die Deutsche Bahn am Morgen den Betrieb wieder auf.

Ein 65-Jähriger kam in Sachsen-Anhalt ums Leben, als er an seinem Dach Sicherungsarbeiten durchführte. Er fiel rund acht Meter in die Tiefe. Im Burgenlandkreis wurde ein 34-Jähriger von einem umstürzenden Baum getroffen. Mindestens weitere sechs Menschen starben am Donnerstag bei dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg, viele wurden während des Orkans verletzt.

Das Wetter hat sich mittlerweile beruhigt. Um Mitternacht hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) die letzten Unwetterwarnungen auf. Am Tag weht der Wind laut DWD anfangs an der See und in den Bergen noch stürmisch. Probleme drohen weiterhin durch glatte Straßen. Es sind immer wieder Regen-, Schnee- und Graupelschauer möglich.

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