Sanierungen

Im Spandauer Süden wird bald wieder gebaut

Die Hauptverkehrsachsen Gatower Straße, Kladower Damm und Ritterfelddamm werden grundlegend erneuert.

Im nördlichen Teil der Gatower Straße haben die Sanierungsarbeiten bereits begonnen

Im nördlichen Teil der Gatower Straße haben die Sanierungsarbeiten bereits begonnen

Foto: Sergej Glanze

Berlin. Der Asphalt bröckelt, der Bezirk behilft sich seit Jahren mit Tempolimits und Flickarbeiten. Nun hat der Berliner Senat vier wichtige Spandauer Straßen in seine überbezirkliche Investitionsplanung ab 2020 aufgenommen. Im Süden des Bezirks werden mit Gatower Straße, Kladower Damm und Ritterfelddamm die Hauptverbindungen nach Gatow und Kladow grundlegend erneuert. Im Norden soll die Niederneuendorfer Allee als Verbindung ins brandenburgische Hennigsdorf ausgebaut werden.

Im nördlichen Teil der Gatower Straße haben die Sanierungsarbeiten bereits begonnen. Staus auf dem Zubringer nach Süden stellen Autofahrer auf eine harte Geduldsprobe. Nun will das Land Berlin weitere 14 Millionen Euro für die Erneuerung der Straße zwischen Haveldüne und Großglienicker Weg bereitstellen. Für den Kladower Damm (Hohengatow bis Ritterfelddamm) sind 15 Millionen, für den Ritterfelddamm zwischen Selbitzer Straße und Potsdamer Chaussee 5,5 Millionen Euro vorgesehen. Nach einer Untersuchung des Büros LK Argus, die am Dienstag dem Spandauer Bauausschuss vorgestellt wurde, werden im Jahr 2030 auf dem Ritterfelddamm täglich 13.800 Fahrzeuge und auf der nördlichen Gatower Straße 20.000 Fahrzeuge erwartet. Auf dem rund zehn Kilometer langen Straßenzug sollen die Fahrbahnen erneuert und die holprigen, zu schmalen Rad- und Gehwege neuen Standards angepasst werden.

Baustadtrat Frank Bewig (CDU) spricht von „großen Maßnahmen“. Er sei froh, die Straßen im Süden „endlich anfassen zu können“ – auch wenn dies nochmals mit Verkehrsbeeinträchtigungen verbunden sei. Die Ausführungsplanung steht noch aus. Auch ob die Eingriffe so gravierend sind, dass ein Planfeststellungsverfahren nötig wird, muss der Bezirk noch prüfen.

Mit Sicherheit notwendig wird das aufwendige Verfahren einschließlich Umweltverträglichkeitsprüfung für den Ausbau der Niederneuendorfer Allee, für die das Land acht Millionen Euro ausgeben will. Denn die Trasse führt durch den Spandauer Forst, der gerade als Flora-Fauna-Habitat (FFH) unter europäischen Schutz gestellt worden ist. „Die Niederneuendorfer Allee fällt fast auseinander und steht kurz vor einer Vollsperrung“, lautet die Einschätzung des Bauausschussvorsitzenden, Jochen Liedtke (SPD). Die Spandauer Bauverwaltung erwartet vor dem Baubeginn langwierige Untersuchungen. Möglicherweise müssten der EU sogar Ersatzflächen für ein neues FFH-Gebiet genannt werden.

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