Nahverkehr

Die S-Bahn setzt mehr Sicherheitskräfte ein

Für Chaos bei der S-Bahn sorgte am Mittwoch ein Stromausfall und ein Randalierer. Künftig sollen mehr Sicherheitsleute helfen.

Die neue Berliner S-Bahn ist serienmäßig mit Klimaanlage und Videoüberwachung ausgestattet

Im Stadler-Werk in Pankow beginnt die Montage der neuen S-Bahnen für Berlin. Die S-Bahn hat 106 Züge bestellt. Der erste soll am 1. Januar 2021 ab Südkreuz fahren.
Mi, 22.11.2017, 13.37 Uhr

Die neue S-Bahn: Jetzt mit Klimaanlage und Videoüberwachung

Beschreibung anzeigen

Bei der Berliner S-Bahn sollen künftig mehr Sicherheitskräfte als bisher präsent sein. Zudem sollen Fahrgäste die Einsatzkräfte, die bislang mobil in den Zügen unterwegs sind, leichter erreichen und ansprechen können.

Dazu wird Anfang nächster Woche im Bahnhof Gesundbrunnen die erste S-Bahn-Wache der Hauptstadt eröffnet. Weitere vier solcher festen Anlaufstellen an wichtigen Knotenpunkten im S-Bahn-Netz sollen folgen. Einzelheiten will die S-Bahn am Montag vorstellen.

Das bundeseigene Unternehmen setzt damit Forderungen der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg um. Diese reagieren damit auch auf zahlreiche Gewaltvorfälle, die das Sicherheitsgefühl der täglich bis zu 1,4 Millionen S-Bahn-Nutzer in der Region zunehmend beeinträchtigen.

Bauarbeiten sorgen für Kurzschluss

Wie rau die Sitten in der S-Bahn inzwischen sind, bekamen am Mittwochmorgen Zehntausende Fahrgäste im Berliner Nordosten zu spüren. Dort hatte ein Fahrgast einen Polizeieinsatz ausgelöst, der fast eine halbe Stunde lang beinahe den gesamten S-Bahn-Betrieb in diesem Bereich lahmlegte.

Bereits seit Dienstagabend beeinträchtigte ein Stromausfall den Zugverkehr zwischen Pankow und Blankenburg. Wie sich später herausstellte, war von Dritten bei Bauarbeiten auf dem angrenzenden Güterbahnhofsgelände ein Trafohäuschen beschädigt worden. In der Folge drang Feuchtigkeit in die Anlage ein und sorgte für einen Kurzschluss. Vom Stromausfall betroffen waren die Linien S2, S26, S8 und S85.

Die S-Bahn richtete zwischen Blankenburg und Pankow einen Ersatzverkehr mit Bussen und Pendelzügen ein. Die Züge fuhren allerdings nur alle 20 Minuten. Die Folge: Die Wagen waren im Berufsverkehr völlig überfüllt, die Stimmung der Reisenden entsprechend schlecht.

Rauchender Fahrgast schlägt Polizisten ins Gesicht

In einem länger stehenden S2-Zug zog ein Fahrgast kurz nach 7 Uhr die Notbremse und öffnete die Türen, um zu rauchen. Auf die Bitte eines Mitreisenden, dieses zu lassen, reagierte der Mann mit einem Faustschlag ins Gesicht. Bei dem Opfer handelte es sich um einen Beamten der Bundespolizei, der seine Kollegen alarmierte.

Vor seiner Festnahme schlug der Mann, ein 34 Jahre alter Deutscher aus dem Umland, noch einen 13-Jährigen. Dieser erlitt eine Prellung an der Wange und musste ins Klinikum Buch gebracht werden. Weil unklar war, ob während des Haltes auf offener Strecke jemand den Zug verlassen hatte, startete die Bundespolizei noch eine knapp halbstündige Suche nach "Personen im Gleis". Dabei sei auch ein Hubschrauber zum Einsatz gekommen, so eine Polizeisprecherin.

Auch am Mittwochnachmittag gibt es Probleme

Am Nachmittag kam es zu weiteren Einschränkungen, weil Fahrgastinformation und Beleuchtung an den Stationen Pankow-Heinersdorf und Blankenburg ausgefallen waren. Die Züge der S2 und der S8 fuhren dort aus Sicherheitsgründen ohne Halt durch. Für Fahrgäste, die nicht durchfahren wollten, richtete die S-Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.

Auch am heutigen Donnerstag müssen S-Bahn-Fahrgäste im Nordosten mit Einschränkungen rechnen. Nach dem morgendlichen Berufsverkehr will die Bahn die Schäden am Trafogebäude abschließend reparieren. Ein neuerlicher Ersatzverkehr soll aber vermieden werden, so ein Bahnsprecher.

Mehr zum Thema:

Stromausfall bei der S-Bahn: Viele Linien am Morgen gestört

Wieder Stromausfall: S-Bahn-Verkehr in Pankow unterbrochen

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.