Kindertagesstätten

Erziehermangel in Friedrichshain-Kreuzberg immer schlimmer

Der Bezirk hat 5000 neue Kita-Plätze geschaffen. 400 Plätze können nicht belegt werden, weil die entsprechenden Fachkräfte fehlen.

Erzieherin mit Kindern

Erzieherin mit Kindern

Foto: Jens Büttner / dpa

Berlin. Für die Schnellbaukitas aus Holz stehen bereits die ersten 16 Standorte in elf Bezirken fest. Insgesamt werden 90 von den Bezirken gemeldete Grundstücke geprüft. Nur der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat dem Senat keine Grundstücke für neue Kitas gemeldet, obwohl auch dort der Bedarf wächst, vor allem im Stadtteil Friedrichshain.

„Wir haben in den vergangenen Jahren 5000 neue Kitaplätze geschaffen“, sagte Sara Lühmann, Sprecherin der Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann (Grüne). Freie Flächen gebe es kaum in dem dicht besiedelten Bezirk. Dennoch würden auch weiter neue Kitas entstehen. In diesem Jahr zum Beispiel soll auf dem Freudenberg Areal, wo neue Wohnungen für Familien gebaut werden, eine Fröbel-Kita eröffnen.

Hauptproblem bei der Bereitstellung von Kita-Plätzen seien aber die fehlenden Erzieher, sagte Lühmann. Derzeit könnten im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg 400 vorhandene Kita-Plätze nicht belegt werden, weil die Fachkräfte zur Betreuung der Kleinkinder fehlen. „Es nützt nichts, neue Gebäude zu bauen, wenn sie dann leer bleiben, weil die Erzieher fehlen“, sagte die Sprecherin der Bezirksbürgermeisterin.

Die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) fordert die Träger auf, stärker von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, auch Quereinsteiger und Sozialassistenten in den Kitas zu beschäftigen. Gleichzeitig will der Senat mit einer Platzprämie die Kita-Träger dazu bringen, in den kommenden sechs Monaten mehr Kinder in ihren Einrichtungen aufzunehmen als bisher und die vorhandenen Kapazitäten voll auszuschöpfen. Gerade im ersten Halbjahr wird ein Engpass erwartet. Die Schaffung von neuen Plätzen kann mit dem wachsenden Bedarf kaum Schritt halten.

CDU will Schulbau und Sanierung beschleunigen

Auch bei der Schaffung von Schulplätzen muss Berlin deutlich schneller werden, um der wachsenden Schülerzahl gerecht zu werden. Die CDU-Fraktion will deshalb an diesem Donnerstag einen Antrag in das Abgeordnetenhaus einbringen, um den Neubau und die Sanierung von Schulen zu beschleunigen.

Die CDU fordert darin beispielsweise einheitlich festgelegte Standards für Lärmschutz, Lüftungsanlagen oder Brandschutz, damit das nicht bei jedem zu sanierenden Schulgebäude neu geprüft werden müsse. Zudem sollen die Bauämter mit ausreichend Personal ausgestattet werden. Die Faustregel aus der freien Wirtschaft, dass für ein Bauvolumen von einer Million Euro ein Bauleiter benötigt wird, müsse auch für die Bezirke gelten, sagte Mario Czaja von der CDU-Fraktion. Wichtig seien auch einheitliche Tarife bei Bezirken und Senatsverwaltung, sonst würden die Bezirke in der Konkurrenz um Fachkräfte immer an letzter Stelle stehen.

Und auch die Ausschreibungen sollen beschleunigt werden, ähnlich wie es schon beim Konjunkturprogramm II gemacht wurde. Ein großes Problem bei der Schulsanierung ist auch, Handwerksfirmen zu finden, die die Arbeiten ausführen. „Die Bezirke müssen als Auftraggeber attraktiver werden“, sagte Czaja. So sollten zum Beispiel Prämien für schnelles Bauen ermöglicht werden.

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