Berlin

„Privatclub“ in Kreuzberg hofft jetzt auf Hilfe vom Senat

Berlin. Der Kreuzberger „Privatclub“ hat nach wie vor Ärger mit dem neuen Hauseigentümer und hofft jetzt auf Hilfe aus der Senatskulturverwaltung. Auch die Clubcommission, der Dachverband der Berliner Club- und Spielstättenbetreiber, macht sich für die Bühne an der Skalitzer Straße 85 stark. „In fünf Jahren hatten wir kein einziges Problem, erst seitdem die Internet-Unternehmer Marc und Oliver Samwer das Haus gekauft haben“, sagte Privatclub-Inhaber Norbert Jackschenties auf Anfrage der Berliner Morgenpost am Montag.

Als erstes sei bereits im vergangenen Jahr eine Verdoppelung der Miete von elf auf 22 Euro gefordert worden, und zwar mehrmals, was der Clubbetreiber jedoch ablehnte. „Unser Mietvertrag war doch erst im Juni 2016 mit den alten Konditionen bis 2022 verlängert worden“, so der Clubchef. Seit Kurzem gebe es jetzt Ärger mit neuen Mietern in der ersten Etage oberhalb des Clubs. Die Räume hätten zehn Jahre leer gestanden, seien jetzt renoviert worden, und ein Start-Up sei eingezogen. „Offensichtlich wurden die nicht informiert, dass auch nachmittags bei uns schon Musik gemacht wird für den Soundcheck“, sagt Jackschenties. Außerdem sei zweimal pro Woche die Musik-Popschule des British Irish Modern Music Institute zu Gast für Live-Performance-Unterricht.

Das hatte bereits zur Folge, dass der Anwalt des Eigentümers mit Abmahnung und Kündigung drohte, außerdem mit der Androhung, den Betrieb auf zwei Konzerte in der Woche zu beschränken. Auch Forderungen nach Schadensersatzzahlungen aus Mietminderungsansprüchen anderer Mieter gibt es. Eine Fortsetzung des Mietverhältnisses über 2022 hinaus habe der neue Vermieter ohnehin schon ausgeschlossen.

Die Clubcommission setzt sich ebenfalls für den „Privatclub“ ein. Er sei seit 19 Jahren eine Berliner Institution, die nicht sterben dürfe. Den jetzigen Standort im alten Postamt direkt am Wrangelkiez habe der Betreiber mit viel Einsatz, auch finanziellem, ausgebaut. In dem kleinen Laden erhielten Bands, die gerade erst anfangen, eine Bühne.