Fußball

Herthas verpatzter Start: Auch gegen BVB ohne Rekik

Auch im fünften Jahr in Serie verpasst Hertha BSC einen Sieg zum Jahresstart. Beim 0:1 in Stuttgart lassen die Berliner einige Chancen liegen. Im schweren Spiel gegen Dortmund fehlt nun erneut ein Schlüsselspieler.

Karim Rekik (l) von Hertha BSC kämpft um den Ball.

Karim Rekik (l) von Hertha BSC kämpft um den Ball.

Foto: dpa

Berlin. Trotz des wieder einmal verpatzten Jahresstarts sieht Pal Dardai keine Anzeichen für Gedanken an eine neuerliche Rückrunden-Misere bei Hertha BSC. Die mäßige Bilanz der vergangenen Jahre in der zweiten Saisonhälfte spiele für sein aktuelles Team keine Rolle mehr, betonte der Coach nach dem 0:1 beim VfB Stuttgart. "Ich glaube nicht, dass ein Selke, ein Lazaro oder die jungen Spieler daran denken", sagte Dardai und ergänzte mit Blick auf die anstehende schwere Aufgabe gegen Borussia Dortmund. "Wir haben jetzt ein Topspiel am Freitag. Wir müssen uns gut vorbereiten, dann wollen wir punkten."

Nach einem lange Zeit ansprechenden Auftritt bei den Schwaben verpassten die Berliner zum fünften Mal in Serie einen Sieg im ersten Bundesligaspiel des neuen Jahres. Statt sich weiter in Richtung der internationalen Plätze zu orientieren, rutschte Hertha vorerst auf Platz elf ab. "Unsere Ziel heißt Top Zehn. Da sieht man, wie schwierig das zu verteidigen ist und wie eng die Bundesliga ist", sagte Dardai. "Kleinigkeiten entscheiden."

Gegen Stuttgart war dies die unglückliche Aktion von Niklas Stark, der bedrängt von Rückkehrer Mario Gomez den Ball in der 78. Minute ins eigene Netz bugsierte. "Es war ein bisschen Pech", kommentierte der U21-Europameister die "blöde Szene". "Ich hoffe, dass wir unsere Lehren ziehen aus dem Spiel. Wir wollen versuchen, gegen Dortmund auf jeden Fall Punkte zu holen."

Der Gedanke, dass Hertha wie in den vergangenen Spielzeiten wieder eine schlechtere Rück- als Hinrunde hinlegt, soll erst gar nicht erst aufkommen. Es gelte, diesen "Fluch" zu beenden, hatte Geschäftsführer Michael Preetz zum Jahresausklang betont.

Und zumindest die Leistung der ersten Halbzeit verbreitet Zuversicht bei den Berlinern. Doch wie schon mehrfach diese Saison gingen Valentino Lazaro, Salomon Kalou & Co. zu sorglos mit ihren Gelegenheiten um - dabei hatte auch Gomez eigentlich Sorge vor einer besonderen Qualität des Dardai-Teams. "Hertha BSC ist eine besondere Mannschaft in der Bundesliga. Die lullen dich so ein bisschen ein und sind dann plötzlich aus dem Nichts wieder da und machen ihre Tore", sagte der Nationalstürmer nach der Partie. "Das ist gar nicht despektierlich gemeint. Da habe ich großen Respekt vor. Das machen sie seit Jahren, das ist so gewollt."

Diese Tugenden sollen nun wieder gegen den BVB greifen. Doch auch in dieser Partie muss Hertha noch auf Abwehrchef Karim Rekik verzichten. Der niederländische Innenverteidiger fällt nach einer Fußverletzung aus, wie Dardai am Sonntag sagte. "Er hat immer noch Probleme", berichtete der Ungar. Am Montag soll Rekik erneut untersucht werden, nach seinem Ausfall am 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen Hannover 96 Mitte Dezember war eine Prellung diagnostiziert worden.

Da der 23-Jährige nun bereits fünf Wochen fehlt, erwartet Dardai eine gewisse Wiedereingewöhnungszeit. "Dann muss er erstmal wieder eine Vorbereitung machen, damit er mithalten kann, weil die Bundesliga körperbetont ist", sagte der Coach. In Stuttgart war Fabian Lustenberger erneut in die zentrale Verteidigung gerückt. Gegen Dortmund steht auch der zuletzt gesperrte Jordan Torunarigha wieder zur Verfügung.

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