Berlin

Internist in Marienfelde ermordet

Das Opfer betrieb nahe dem Fundort seit vielen Jahren seine Praxis. Es sollen Schüsse gefallen seien – doch die Ermittler geben sich bedeckt

Ein rätselhafter Mord in Marienfelde beschäftigt derzeit das Landeskriminalamt (LKA). Am Freitagabend gegen 19.30 Uhr wurde im Hof eines Büro- und Gewerbegebäudes an der Malteserstraße ein schwer verletzter Mann entdeckt. Der alarmierte Notarzt konnte dann nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die am Sonnabend auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durchgeführte Sofortobduktion ergab, dass das Opfer getötet wurde. Die 8. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben aus Ermittlerkreisen um einen 67-jährigen Arzt. Martin D. betrieb in dem Gebäudekomplex seit vielen Jahren eine internistische Hausarztpraxis. Weiterer Schwerpunkt ist laut Praxis-Webeseite die Arbeitsmedizin.

Über die Hintergründe der Tat ist bislang noch nichts Konkretes bekannt, sie sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Auch zur genauen Todesursache wollte die Polizei sich zunächst nicht äußern. Zeugen sollen allerdings von mehreren Schüssen berichtet haben, die zur ungefähren Tatzeit gefallen sind. Eine Polizeisprecherin bestätigte dies am Sonnabend allerdings nicht.

Nach ersten Erkenntnissen verließ eine Frau am Freitagabend das Gebäude über einen im Hof gelegenen Nebeneingang. Dabei stieß sie in einem Durchgang zur Straße auf den erkennbar schwer verletzten Mann und alarmierte trotz eines Schocks über die grausige Entdeckung umgehend Polizei und Rettungskräfte. Reanimierungsversuche des Notarztes waren jedoch vergebens, das Opfer erlag noch am Tatort seinen schweren Schussverletzungen.

Die Beamten der Mordkommission begannen noch am Abend mit ihren Ermittlungen. Zunächst wurden die Praxisräume des Getöteten durchsucht, in der Hoffnung, Hinweise zur Person und zu einem möglichen Mordmotiv zu finden. Zum Ergebnis der Durchsuchung äußerte sich die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht. Weiterhin wurden sämtliche Personen gehört, die sich zu dem Zeitpunkt noch in dem Gebäude befanden, ebenso wie Nachbarn aus der Malteserstraße. Befragungen gab es zudem am Freitagabend und am Sonnabend im privaten und beruflichen Umfeld des Arztes.

Insbesondere die Befragung von Nachbarn und Anwohnern eines Tatortes, die in keiner Beziehung zu Tat und Opfer stehen, stellt für die Ermittler immer wieder eine Herausforderung dar. Es gäbe dabei häufig sehr unterschiedliche, mitunter völlig gegensätzliche Angaben, hieß es. Diese müssten zunächst gesammelt werden, um dann zu entscheiden, welche Angaben für die weiteren Ermittlungen von Nutzen sind. Das sind längst nicht alle, sagte ein Beamter.

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