Vineta-Grundschule

Bericht: Senatsverwaltung zeigt umstrittenen Lehrer an

Ein Berliner Lehrer verbreitet bei YouTube Verschwörungstheorien und Hetze. Nun soll gegen ihn Strafanzeige gestellt worden sein.

Der umstrittene Lehrer unterrichtet an der Vineta-Grundschule in Gesundbrunnen

Der umstrittene Lehrer unterrichtet an der Vineta-Grundschule in Gesundbrunnen

Foto: dpa

Berlin. Die Senatsverwaltung für Bildung hat gegen einen umstrittenen Berliner Grundschullehrer Strafanzeige gestellt, weil er auf der Videoplattform YouTube Verschwörungstheorien verbreitet und gegen Juden hetzt. Das berichtet der "Tagesspiegel".

Die bildungspolitische Sprecherin der Berliner SPD, Maja Lasic, wolle prüfen lassen, ob der Lehrer beurlaubt werden könne. Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Regina Kittler, forderte laut Bericht eine sofortige Suspendierung des Mannes. "Das ist Volksverhetzung, was er da macht", wird Kittler in dem Bericht zitiert. Auch sie prüfe, ob Strafanzeige gestellt werden kann.

Nikolai N. unterrichtet an der Vineta-Grundschule in Gesundbrunnen Englisch, Sport und Musik. In seinem YouTube-Kanal "Der Volkslehrer" stellt er das Grundgesetz in Frage und behauptet beispielsweise, die Mondlandung und der Anschlag vom 11. September 2001 seien Lügen. Rund 2500 Nutzer haben den Kanal abonniert. Der Mann trat auch in der Öffentlichkeit auf und provoziert bei politischen Veranstaltungen mit seinen Äußerungen.

Der Berliner Chef der Lehrergewerkschaft GEW, Tom Erdmann, hält laut Bericht die Entfernung von N. aus dem Schuldienst für schwierig. Bislang habe es noch keine Beschwerden der Grundschule gegen N. gegeben. Es gelte die freie Meinungsäußerung, solange diese nicht gegen geltendes Recht verstoße. Dienstrechtlich könne er für seine Äußerungen nur dann belangt werden, wenn er sie im Klassenzimmer wiederholt.

Sollte sich bestätigen, dass N. mit seinen Schülern über seinen Kanal spricht, könnten arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen weden. "Wenn ein Lehrer auf einem YouTube-Kanal hetzt, dann ist das nichts Privates“, sagte Hildegard Bentele, bildungspolitische Sprecherin der CDU, der Zeitung. „Ich verstehe nicht, dass Schulleitung und Schulaufsicht nicht schon längst aktiv geworden sind und dieser Lehrer verwarnt und kontrolliert wird.“

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