Demonstration

Solidaritätskundgebung in Berlin für Proteste im Iran

Seit Tagen gehen Menschen im Iran auf die Straße, um gegen das Regime zu demonstrieren. In Berlin zeigten sich Hunderte solidarisch.

Hunderte Menschen demonstrierten vor dem Brandenburger Tor für einen Regimewechsel im Iran.

Hunderte Menschen demonstrierten vor dem Brandenburger Tor für einen Regimewechsel im Iran.

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Berlin. Bei einer Kundgebung in Berlin haben hunderte Menschen ihre Solidarität mit den Protesten im Iran zum Ausdruck gebracht. Bis zu 1300 Menschen hätten sich am Samstag zu der Veranstaltung am Pariser Platz versammelt, sagte Javad Dabiran vom Nationalen Widerstandsrat Iran, der die Demo organisierte. In 23 Reisebussen seien auch Teilnehmer aus Hannover, Hamburg, Köln und anderen Regionen Deutschlands angereist. In Hamburg haben am Samstag ebenfalls Hunderte gegen das iranische Regierungssystem demonstriert.

"Die Menschen fordern einen Regimewechsel und das Ende der religiösen Diktatur", sagte Dabiran. Das müsse die internationale Gemeinschaft akzeptieren. Der Zorn der Demonstranten richtete sich gleichermaßen gegen den als reformorientiert geltenden Staatspräsidenten Hassan Ruhani und den religiösen Führer des Landes, Ajatollah Chamenei. Auf den Transparenten standen Slogans wie "Nieder mit Ruhani, nieder mit Chamenei" oder "Es lebe die Freiheit".

Teilnehmer der Proteste hielten Bilder von Menschen hoch, die bei den Demonstrationen in der Islamischen Republik getötet worden sein sollen. Nach Angaben der Polizei blieb es bis zum Nachmittag friedlich.

Die Kundgebung zog vom Pariser Platz vor das Kanzleramt. Bundesregierung und EU hätten bisher nicht entschieden genug auf die Vorfälle im Iran reagiert, kritisierte Dabiran. "Die Bundesregierung muss die Gewalt an den wehrlosen Demonstranten klar verurteilen". Außerdem forderten die Demonstranten die EU auf, Sanktionen gegen die Verantwortlichen zu verhängen.

Im Iran protestieren seit Tagen Tausende gegen hohe Lebensmittelpreise, Korruption und die autoritäre Staatsführung. Mehr als 1000 Menschen sollen dabei verhaftet worden sein, mindesten 19 Menschen wurden getötet. In Berlin hatte es schon mehrere Solidaritätskundgebungen gegeben.

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