Kriminalität

Mit Schreckschusswaffen auf Polizisten geschossen

Auch nach Silvester werden Polizisten zum Ziel von Feuerwerkskörpern. Auf zwei Streifenwagen schießen Jugendliche mit Schreckschusswaffen. Auch eine Familie wird mit Böllern beworfen. Die Polizei ermittelt.

Ein Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs.

Ein Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs.

Foto: dpa

Berlin. Auch nach Silvester gehen die Übergriffe auf Polizisten weiter: In Berlin-Neukölln haben Jugendliche mit Schreckschusswaffen auf Streifenwagen geschossen. Die drei jungen Angreifer standen den Angaben zufolge in einer Gruppe von rund zwanzig Jugendlichen, die die Schützen laut Polizei angefeuert haben sollen. In dem Auto saßen am Neujahrsabend zwei Polizisten, berichtete eine Polizeisprecherin am Dienstagmorgen.

Die Beamten brachten sich zunächst in Sicherheit. Als sie gemeinsam mit einem weiteren Streifenwagen zurückkehrten, wurden beide Autos beschossen. Dabei geriet ein in der Nähe geparkter Wagen in Brand. Als eine weitere angeforderte Streife zum Tatort fuhr, flüchteten die Jugendlichen. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand, an den Polizeiwagen entstand kein Schaden. Die Polizei ermittelt wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und Brandstiftung.

Attacken auf Polizei und Feuerwehr gab es am Jahreswechsel auch in anderen deutschen Städten. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) plädierte deshalb für harte Strafen. "Die Angriffe in der Silvesternacht sind leider keine Ausnahmen", erklärte Maas am Dienstag. "Es ist höchste Zeit, Rettungskräfte wirkungsvoller zu schützen." Tätliche Angriffe müssten deshalb härter bestraft werden. Bereits am Vortag hatte Maas darauf verwiesen, dass die Gesetze im vergangenen Jahr verschärft wurden. Unter anderem wurde ein neuer Straftatbestand des "Tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte" (§114 StGB) geschaffen.

Doch nicht nur Polizisten wurden zur Zielscheibe: Auch eine Familie wurde am Silvesterabend in Berlin-Friedrichsfelde mit einem Böller beschmissen. Die 33-jährige Frau hatte gemeinsam mit ihrem Ehemann, zwei Nichten und einem Neffen im Alter von zwei, vier und elf Jahren vor einem Wohnhaus auf der Rhinstraße gestanden, als ein unbekannter Mann den Feuerwerkskörper gezielt auf die vietnamesische Familie warf, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der Böller explodierte unmittelbar neben dem Fuß der 33-Jährigen.

Als die Frau den Mann ansprach, habe sie dieser fremdenfeindlich beleidigt. Als der Ehemann der 33-Jährigen hinzu kam und drohte, die Polizei zu alarmieren, flüchtete der Unbekannte zusammen mit einem weiteren Mann. Die Polizei ermittelt gegen den Unbekannten.

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