Antisemitismus

Bericht: Jüdischer Schüler an Berliner Gymnasium angefeindet

An einer Schule in Wedding wird ein Abiturient laut einem Zeitungsbericht mit antisemitischen Sprüchen beleidigt.

Ein Abiturient ist an einem Gymnaisum in Wedding antisemitisch beleidigt worden

Ein Abiturient ist an einem Gymnaisum in Wedding antisemitisch beleidigt worden

Foto: dpa

Ein 18 Jahre alter Abiturient ist an einem Gymnasium in Wedding auf massive Weise von Mitschülern arabischer Herkunft antisemitisch angefeindet worden. Über den Fall, der sich Mitte Dezember an der nicht näher genannten Schule ereignet haben soll, berichtete die "Jüdische Allgemeine" am Mittwoch.

Demnach hätten einige Schüler den 18-Jährigen in der Schulkantine umringt und zu ihm gesagt: "Euch sollte man die Köpfe abschneiden." Ein Mädchen habe gerufen: "Wallah, Hitler war gut, denn er hat die Juden umgebracht! Er war ein guter Mann!"

Bei der Berliner Bildungsverwaltung ist der Fall laut Bericht bekannt. "Wir sind entsetzt, und das gilt auch für die Schulleitung", heißt es demnach aus der Verwaltung. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte dem Blatt: "Ich erwarte eine transparente Aufarbeitung des Falles".

Der 18-Jährige sei seit zweieinhalb Jahren Schüler des Gymnasiums, mache gerade sein Abitur und werde an der Schule von Beginn an angefeindet. Zuletzt seien die Vorfälle schlimmer geworden. Der Schulleiter habe ihm "Sicherheit garantiert". Der "Jüdischen Allgemeinen" sagte der Schüler: "Wie er das machen will, weiß ich nicht." Um ihn vor Anfeindungen und Attacken zu schützen, müsse er in den Schulpausen nicht auf den Hof.

In den kommenden Wochen solle laut Senatorin Scheeres im Unterricht das Thema Antisemitismus behandelt werden. "Aufklärungs- und Präventionsarbeit ist kontinuierlich notwendig, um Antisemitismus an Berliner Schulen keinen Raum zu lassen", sagte Scheeres der Zeitung. Auch die Antidiskriminierungsbeauftragte für Berliner Schulen sei eingeschaltet worden, um die Schule bei den nächsten Schritten zu begleiten.

Der Fall erinnert an antisemitische Übergriffe an einer Schule in Friedenau im Frühjahr 2017. Damals war ein 14 Jahre alter Schüler von Klassenkameraden angefeindet und körperlich angegriffen worden. Seine Eltern hatten ihn schließlich von der Schule genommen. Die Vorgänge hatten eine Diskussion über Antisemitismus an Berliner Schulen ausgelöst.

Für Entsetzen sorgte erst in dieser Woche ein antisemitischer Vorfall gegen den jüdischen Restaurant-Betreiber Yorai Feinberg. Ein 60-jähriger Deutscher hatte den 36-Jährigen am Dienstagnachmittag vor seinem Lokal an der Schöneberger Fuggerstraße massiv beleidigt. Handyaufnahmen dokumentieren die antisemitische Hetze.

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