Videoüberwachung

Polizeiwache am Alex setzt erstmals mobile Videotechnik ein

Freitag eröffnete die neue Polizeiwache am Alexanderplatz. Seit Sonnabend setzt sie Videotechnik ein, die gleich zur Festnahme führte.

Die mobile Videoüberwachung der Polizei am Alexanderplatz ist seit Sonnabend im Einsatz

Die mobile Videoüberwachung der Polizei am Alexanderplatz ist seit Sonnabend im Einsatz

Foto: Andreas Gandzior

Berlin. Nachdem die neuen Polizeiwache auf dem Alexanderplatz in Mitte am Freitagmittag in Betrieb genommen worden war, kam am Sonnabendnachmittag dort erstmals auch die neue Videotechnik der Polizei zum Einsatz.

Gegen 16 Uhr wurde nur wenige Meter von der Alexwache entfernt zunächst die auf einem Anhänger stehende mobile Videobeobachtungsanlage in Betrieb genommen. Bis 20 Uhr sollte sie das Treiben auf dem Weihnachtsmarkt und dem Alexanderplatz beobachten.

Auflagen verhindern Kameraeinsatz häufig

Die Anlage besteht aus zwei Kameras, die sich an einem etwa sechs Meter hohen Mast befinden. Eine ist per Joystick und Laptop steuerbar. "Die andere Kamera ist fest nach unten gerichtet und dient ausschließlich der Sicherung der Anlage", sagte einer der Beamten am Sonnabend. Die andere Kamera diene der Beobachtung. Zum Einsatz sei diese bislang aber noch nicht gekommen, juristische Auflagen würden dies in vielen Fällen noch verhindern.

"Wir müssen abwarten, bis ein Streifenpolizist möglicherweise eine Straftat oder eine Gefahrensituation beobachtet und uns darüber informiert", sagte ein Beamter. Erst dann könne mit einer Aufnahme begonnen werden. "Sinnvoll wäre es, wenn wir mit der Kamera von oben beobachten dürften und die Streifenbeamten über mögliche Straftaten und Gefahren informieren könnten." Aufgebaut wurde die Videoanlage auf dem Alex, weil es sich um einen kriminalitätsbelasteten Ort handelt.

Mann schmiert auf Fassade der Wache - Festnahme

"Wir finden es gut, wenn die neue mobile Videoüberwachung auch eingesetzt werden kann", sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Um die Technik in Zukunft sinnvoll und effektiv nutzen zu können, sei jedoch eine Erweiterung des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes durch den Senat nötig.

Mit Erfolg kamen indes die vier fest installierten Überwachungskameras an der neuen Alexwache zum Einsatz. Sie dienen der Eigensicherung des Gebäudes. Beamte beobachteten am Sonntagmorgen auf den Monitoren, wie ein 24-Jähriger etwas an die Fassade schmierte. Sie nahmen den Mann vorläufig wegen Sachbeschädigung fest.

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