Potsdam

Kommission soll Kohleausstieg vorbereiten

Potsdam. Brandenburg will eine Zukunftskommission ins Leben rufen, um den Strukturwandel in der Lausitz zu gestalten. Das ist das Ergebnis eines Spitzengesprächs der Brandenburger Landesregierung mit den Direktoren des Instituts für Nachhaltigkeitsforschung, Patrizia Nanz und Ortwin Renn und des Direktors des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber.

„Es geht darum, die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstosses mit einer guten Wirtschaftsentwicklung zu verbinden“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag nach dem Treffen.

Der Klimaexperte Hans Joachim Schellnhuber hatte die Einrichtung einer entsprechenden Kommission angeregt. „So etwas kann aber nicht von Potsdam aus diktiert werden“, sagte Schellnhuber. Die Energiewende und der damit einhergehende Ausstieg aus dem Kohleabbau dürfe nicht als Bedrohung wahrgenommen werden, sondern als Chance. „Die Zukunftskommission ist eine gute Idee, wenn sie in der Region verankert ist“, sagte Woidke.

Dass Brandenburg aus dem Kohleabbau aussteigen wird, unterstrichen alle Beteiligten – unklar ist allerdings der Zeitpunkt. „Wir werden Schritt für Schritt aussteigen, aber ohne einen Strukturbruch in der Lausitz“, sagte Woidke. Solange es keine entsprechende Speichertechnik gebe, die eine flächendeckende und lückenlose Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe ermögliche, werde Deutschland auch weiterhin auf Kohle angewiesen sein.

Allerdings besteht nach Angaben von Schellnhuber weltweit eine enorme Entwicklungsdynamik in allen Bereichen der Energiewende. In den kommenden Jahren erwartet der Wissenschaftler enorme Entwicklungen in der Speichertechnik. „Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Jahren eine dramatische Entwicklung geschehen wird“, sagte Schellnhuber.

Deutschland sei im vergangenen Jahrhundert führend in der Batterietechnik gewesen und könnte diese Rolle auch in Zukunft wieder übernehmen, wenn es jetzt die Weichen dafür stellt. „Warum sollte Brandenburg nicht das neue Silicon Valley werden – das meine ich ganz ernst“, sagte Schellnhuber.