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Gewerkschaften drohen mit Streiks an Berliner Hochschulen

Ein Mann hat vor dem Verdi-Logo eine Trillerpfeife im Mund.

Ein Mann hat vor dem Verdi-Logo eine Trillerpfeife im Mund.

Foto: dpa

Berlin. An den Berliner Hochschulen drohen nach dem Jahreswechsel Streiks der studentischen Hilfskräfte. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für 8000 dieser Mitarbeiter, die nach Angaben der Gewerkschaften vorerst gescheitert sind. "Die Arbeitgeber waren nicht bereit, ihr bisheriges Angebot wesentlich zu verbessern", erklärte GEW-Verhandlungsführer Udo Mertens am Dienstag. "Damit wären die studentischen Beschäftigten weiterhin auf Dauer von der Lohnentwicklung der anderen Hochschulbeschäftigten abgekoppelt. Beschäftigte zweiter Klasse sind mit uns aber nicht zu machen!"

Verdi-Verhandlungsführer Matthias Neis verwies darauf, dass in den Hochschulverträgen mit dem Land Tarifsteigerungen für die studentischen Beschäftigten von 3,9 Prozent für 2018 und jeweils 2,6 Prozent in den Folgejahren vereinbart seien. Das Geld sei also da, nun müsse es bei den Beschäftigten im Rahmen tariflicher Lösungen auch ankommen. "Wenn wir dafür streiken müssen, werden wir das tun."

Der kommunale Arbeitgeberverband Berlin (KAV) reagierte "mit Unverständnis" auf die Äußerungen und rief die Gewerkschaften auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Die Gewerkschaften erheben Maximalforderungen, die von der Arbeitgeberseite nicht erfüllt werden können", sagte Geschäftsführerin Claudia Pfeiffer. Ihr Verband hatte angeboten, der Stundenlohn von 10,98 Euro bis 1. Januar 2022 in mehreren Schritten auf 12,50 Euro zu erhöhen. Das sei ein Plus von 13,84 Prozent. Zudem biete der KAV mehr Urlaub und längere Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

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