Fahrplanwechsel

Die S-Bahn fährt jetzt öfter auf dem Ring

Der Fahrplanwechsel bringt zahlreiche Verbesserungen im Berliner Nahverkehr. In Spandau gibt es aber Kritik.

S-Bahn auf dem Berliner Ring

S-Bahn auf dem Berliner Ring

Foto: picture alliance / dpa

Nicht nur Fernreisende, auch Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs können sich in Berlin auf den Fahrplanwechsel am Sonntag freuen. Im Regionalverkehr, bei der S-Bahn und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) wird es mehrere Verbesserungen des Angebots geben, wenngleich längst nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen und eine Strecken­-änderung in Spandau auch für Unmut sorgt .

Regionalzugverkehr

Im Regionalzugverkehr profitieren vor allem Fahrgäste aus dem Umland und dem Osten der Stadt von mehr und besseren Umsteigemöglichkeiten. Die Bahn nimmt am Wochenende zwei neue Regionalbahnsteige in Betrieb: Zum einen auf der unteren Ebene des Bahnhofs Ostkreuz, wo künftig die Züge der Regionalexpresslinien RE1 und RE2 sowie der Schönefeld-Zubringer RE7 und die RB14 halten werden. Fahrgäste können dort relativ bequem auf die Ringbahn und die Ost-West-Linien der S-Bahn umsteigen, was die Fahrzeit zu vielen Zielen in Berlin verkürzt. Dafür entfallen allerdings die Stopps des RE2 in Ostbahnhof sowie des RE7 und der RB14 in Karlshorst.

Ein weiterer Regionalbahnhalt wird am Bahnhof Mahlsdorf eröffnet. Auch wenn die Überdachung des Zugangs und der Aufzug noch nicht fertig sind, werden ab Sonntag dort die Züge der vor allem von Berufspendlern genutzten RB26 (Kostrzyn–Müncheberg–Berlin) einmal stündlich halten.

Zu guter Letzt: Mit dem Ende der Sperrung der Bahnstrecke von Berlin nach Dresden kann auch der RE5 wieder bis Elsterwerda durchfahren. 16 Monate lang mussten die Fahrgäste in Wünsdorf-Waldstadt auf den Bus-Ersatzverkehr ausweichen.

S-Bahn

Auch Nutzer der Berliner S-Bahn können auf Angebotsverbesserungen hoffen. Der Senat hat bei der Bahntochter zusätzliche Fahrten für die Ringbahn bestellt. Demnach wird auf den Ringlinien S41/S42 der Fünf-Minuten-Takt an Werktagen (montags bis freitags) am Vormittag bis 11 Uhr und am Abend bis 21 Uhr ausgeweitet. Den von vielen Fahrgästen immer wieder gewünschten Einsatz von Vollzügen mit acht Wagen wird es aber weiter nicht geben. Weil die S-Bahn nicht über genügend einsatzbereite Fahrzeuge verfügt, fahren auf dem Ring weiter nur Sechs-Wagen-Züge. Verlängert wird der Zehn-Minuten-Takt im Spätverkehr auf den Linien S1 (nach Frohnau), S2 (nach Buch sowie Lichtenrade) und S7 (zwischen Westkreuz und Ahrensfelde), allerdings nur am Freitag und Sonnabend.

Mit der Inbetriebnahme der Südkurve am Ostkreuz verändert sich zudem die Linienführung der S9. Sie fährt wie vor Beginn der Bauarbeiten von Spandau über die Stadtbahn nach Flughafen Schönefeld. Anders als einst wird die S9 aber nicht mehr am Ostkreuz halten, der Bahnsteig an der Südkurve wurde nicht wieder aufgebaut. Zugleich erhalten damit wichtige Wissenschaftsstandorte im Berliner Südosten eine umsteigefreie Verbindung in die City.

Weitere Änderungen: Westliche Endstation der S5 ist künftig Westkreuz. Nach Spandau gewährleisten nun die S3 und die S9 einen Zehn-Minuten-Takt. Die S85 fährt künftig von Pankow (anstelle ab Waidmannslust) nach Schöneweide. Werktags von 9 bis 13 Uhr wird die Linie bis Grünau verlängert. Damit werde das Angebot zur Wissenschaftsstadt Adlershof erweitert, so die Senatsverkehrsverwaltung. Neu ist die Linie S26, die von Montag bis Freitag im Tagesverkehr bis Waidmannslust geführt und dort die bisherigen Fahrten der S85 ersetzt.

Bus und Straßenbahn

Auch bei der BVG gibt es zusätzliche Angebote. Wichtigste Änderungen sind die Express-Buslinie für Spandau (siehe Beisteller). Auf anderen Linien wird der Takt verdichtet. So fährt der 140er-Bus auf dem Abschnitt vom Mehringdamm zum Ostbahnhof künftig von 7 bis 19 Uhr im Zehn-Minuten-Takt. In Reinickendorf profitieren vom dichteren Takt die Kunden der Buslinien 122 und 221. Beide Linien fahren künftig vormittags häufiger. Auf der Linie 170 wird der Takt im Berufsverkehr verdichtet und somit das Gewerbe- und Industriegebiet an der Grade- und Ullsteinstraße besser angebunden. In Moabit fährt der Bus 245 (Bahnhof Zoo–Hauptbahnhof) sonnabends alle zehn statt alle 20 Minuten, in Neukölln wird der Takt auf der Linie 172 vormittags und sonnabends verdichtet. Kunden aus Buckow und Lichtenrade kommen so besser zum Umsteigeknoten an der Johannisthaler Chaussee.

Wichtigste Änderung bei der Tram: Die Linie M1 fährt ab 18. Dezember häufiger durch Mitte, Prenzlauer Berg und Pankow. In der Innenstadt verkehrt die Linie alle 7,5 Minuten (statt alle zehn Minuten), auf den Außenstrecken nach Rosenthal und zur Schillerstraße alle 15 statt alle 20 Minuten. Außerdem können nach dem Abschluss der Gleisbauarbeiten auch größere und modernere Flexity-Niederflurbahnen eingesetzt werden. Dadurch werde die Platzkapazität im Berufsverkehr mehr als verdoppelt, so die Verkehrsverwaltung.

Landstädter fürchten X34

Von Montag an soll die Schnellbuslinie X34, die bisher zwischen Kladower Kaserne am Hottengrund und Bahnhof Zoo verkehrt, die Landstadt Gatow anbinden. Montags bis freitags zwischen 5.30 Uhr und 21 Uhr wird dann jede zweite Fahrt des X34 nicht mehr zum Hottengrund, sondern in das Einfamilienhausgebiet im Spandauer Süden führen. Das sei eine „deutliche Verbesserung“ für das wachsende Wohngebiet, so die Senatsverkehrsverwaltung. Dass dann die großen Doppeldecker durch die engen Wohnstraßen fahren, versetzt Anwohner aber in Aufruhr. „Das verursacht Lärm und gefährdet unsere Kinder“, sagte Landstadt-Bewohnerin Christine Schwarz der Berliner Morgenpost. Der X34 könne ebenso gut außerhalb der Siedlung am Gutshof halten. 250 Unterschriften haben die Landstädter gesammelt, die Spandauer Bundestagsabgeordneten Sven Schulz (SPD) und Kai Wegner (CDU) versuchen zu vermitteln. Bisher ohne Erfolg. Der X34 werde wie angekündigt vom 10. Dezember an im 20-Minuten-Takt durch die Landstadt fahren, bekräftigte ein BVG-Sprecher am Freitag.

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