Nachwuchs

Neues Eisbären-Baby: Peta kritisiert den Berliner Tierpark

Die Eisbären Tonja und Wolodja spielen in ihrem Gehege im Tierpark

Die Eisbären Tonja und Wolodja spielen in ihrem Gehege im Tierpark

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Tierrechtsorganisation macht dem Berliner Tierpark schwere Vorwürfe und fordert ein Zuchtverbot von Eisbären.

Berlin. Die Tierrechtsorganisation Peta übt scharfe Kritik am Berliner Tierpark: Die Geburt des Eisbärenbabys sei kein Grund zum Feiern, heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitag. Die Organisation warnt vor einem neuen Hype rund um den Eisbärennachwuchs, sobald Mutter und Kind die Wurfhöhle in einigen Monaten verlassen. Der zu erwartende öffentliche Ansturm belaste die Tiere, die "ohnehin mangelhaften Haltungsbedingungen" würden die Situation noch verschärfen.

Der Tierpark hatte am Freitag die Geburt eines Eisbärenbabys bekannt gegeben. Eisbären-Dame Tonja hatte sich im Oktober in ihre Wurfhöhle zurückgezogen und ist wie auch der Nachwuchs zunächst nicht für Besucher zu sehen.

"Die Geburt des Eisbärbabys ist kein Zuchterfolg, sondern vorsätzliche Tierquälerei aus kommerziellen Beweggründen", so Peta-Fachreferentin Yvonne Würz. "Eisbären leiden immens unter der Gefangenschaft. Die viel zu kleinen Gehege verursachen schwere Verhaltensstörungen bei den intelligenten Tieren – auch das Neugeborene wird dieses Schicksal erleiden."

Laut einer Peta-Studien sind über 80 Prozent der Eisbären in deutschen Zoos verhaltensgestört. Hinzu komme, dass die Haltung von Eisbären in Gefangenschaft keinen Beitrag zum Artenschutz leisten würde, da im Zoo geborene Tiere grundsätzlich nicht ausgewildert werden könnten. Nachzuchten in menschlicher Obhut gingen außerdem mit einer hohen Jungtiersterblichkeit einher. Da eine artgerechte Haltung dieser Raubtiere in Gefangenschaft nicht möglich sei, fordert die Organisation ein Zucht- und Importverbot.

Ruhe in Frieden, kleiner Eisbär Fritz
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( BM )