Nachwuchs in Berlin

Tierpark Berlin: Eisbären-Dame Tonja bringt Baby zur Welt

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Tonja mit  Nachwuchs in ihrer Wurfbox im Berliner Tierpark

Tonja mit Nachwuchs in ihrer Wurfbox im Berliner Tierpark

Foto: Tierpark

Die Eisbärin hat am Donnerstag ein Jungtier zur Welt gebracht. Der Tierpark hofft, dass ihr Nachwuchs diesmal durchkommt.

Berlin. Eisbären-Dame Tonja aus dem Berliner Tierpark hat am Donnerstag ein Baby zur Welt gebracht. Das teilte der Tierpark am Freitag mit. Eisbären-Pfleger Detlef Balkow hatte das meerschweinchengroße Bündel am Donnerstagmorgen entdeckt. „Die Geburt war nachts um 1.30 Uhr, ganz früh morgens“, sagt Tierpark-Sprecherin Christiane Reiss.

Kameraaufzeichnungen zeigen, dass Tonja wie im Jahr zuvor sogar zwei Jungtiere geboren hat. Das erste der beiden sei aber tot geboren worden und kurz darauf nicht mehr zu sehen gewesen, so der Tierpark. Das deutet darauf hin, dass das Muttertier es - wie bei Eisbären in solchen Fällen üblich - gefressen hat.

Tonja hatte sich im Oktober in ihre Wurfhöhle zurückgezogen und ist wie auch der Nachwuchs zunächst nicht für Besucher zu sehen. Der Tierpark beobachtet Tonja mit Kameras.

„Wir freuen uns sehr. Doch wie auch im letzten Jahr heißt es jetzt erst einmal Daumendrücken“, sagte Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem. „Die Jungtiersterblichkeit bei Eisbären liegt bei etwa 50 Prozent. In den ersten zehn Tagen ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Jungtier nicht überlebt, besonders hoch.“ Selbst nach dieser kritischen Phase sei der Nachwuchs, dessen Geschlecht noch unklar ist, noch nicht ganz über den Berg. Der nur 30 Zentimeter große Eisbären-Nachwuchs kommt taub und blind zur Welt.

Bei dem Baby handelt es sich um das zweite gemeinsame Jungtier von Tonja (8) und Wolodja (6). Schon Ende des vergangenen Jahres hatte sich Tonja in die Wurfhöhle zurückgezogen und am 3. November 2016 Zwillinge zur Welt gebracht. Ein Jungtier überlebte nur ein paar Tage. Das andere, Eisbär Fritz, wurde nur vier Monate alt. Bis heute ist die Ursache für seinen Leberschaden und das akute Organversagen nicht gefunden worden.

Tierpark-Kurator Florian Sicks: „Seit Dienstag ist Tonja noch einmal deutlich ruhiger geworden. Gestern Morgen lag dann plötzlich etwas Winziges neben Tonja. Heute konnte ich sogar schon Schmatzgeräusche hören, während das Jungtier getrunken hat.“ Mit der fürsorglichen Aufzucht ihres ersten Jungtieres im letzten Jahr habe Tonja bereits gezeigt, dass sie gute Mutterinstinkte habe und sich in der Wurfhöhle wohl und sicher fühlt, so der Tierpark.

In den nächsten Tagen werde sich nun niemand der Wurfbox nähern. Absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs sei für den Erfolg der Aufzucht ein entscheidender Faktor, so der Tierpark. Tonja habe sich – ihren natürlichen Mutterinstinkt folgend – bis zum Herbst ausreichend Fettreserven zugelegt, von denen sie nun zehren könne. Ihr Partner Woldoja befindet sich derzeit auf der Außenanlage.

Scharfe Kritik kam am Freitag von der Tierrechtsorganisation Peta. Die Geburt des Eisbärenbabys sei kein Zuchterfolg, sondern vorsätzliche Tierquälerei aus kommerziellen Beweggründen", so Peta-Referentin Yvonne Würz.

Man wolle „keinen zweiten Knut“ und keinen damit verbundenen Hype fördern, hieß es vom Tierpark. Eisbär Knut war im Dezember 2006 im Zoo zur Welt gekommen und hatte für ein internationales Medienecho gesorgt. Ziel sei vielmehr ein „gesundes Maß an steigenden Besucherzahlen“ für die weitläufige Anlage in Friedrichsfelde. Diese steht noch im Schatten des Zoos, der ehemaligen Heimat von Eisbär Knut.

Ruhe in Frieden, kleiner Eisbär Fritz
Ruhe in Frieden, kleiner Eisbär Fritz

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( bee )