Berliner Polizeiakademie

Polizeischüler sollen herumgegrölt und randaliert haben

Die Polizeischüler sollen gegen Stromkästen getreten haben. Ein Radfahrer berichtete von einem "Heil Hitler"-Ruf.

Ein Kameramann filmt  das Schild am Eingang der Berliner Polizeiakademie

Ein Kameramann filmt das Schild am Eingang der Berliner Polizeiakademie

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin. Erneut soll es zu einem Zwischenfall mit Schülern der Berliner Polizeiakademie gekommen sein. Das teilte die Polizei schriftlich am Dienstagabend mit. Demnach soll ein Zeuge beobachtet haben, wie mehrere Männer in der Nacht zu Dienstag in Haselhorst (Spandau) gegrölt und gegen Strom- und Telefonverteilerkästen getreten haben sollen. Der Radfahrer wollte zunächst auch "Heil Hitler"-Rufe gehört haben, konnte dies aber in der anschließenden Vernehmung nicht mehr bestätigen. Deswegen ermittelt aber dennoch der Staatsschutz. Die alarmierte Polizei überprüfte noch in der Nacht sieben Männer zwischen 19 und 25 Jahren - und stellte dabei fest, dass es sich um Auszubildende der Polizeiakademie handelt.

Polizeipräsident Klaus Kandt betonte laut einer Mitteilung: "Wir gehen diesem Vorfall genau auf den Grund. Abgesehen davon, ob sich überhaupt ein strafrechtlicher Vorwurf erhärten lässt, erwarte ich, dass sich alle Auszubildenden der Polizei Berlin auch in ihrer Freizeit anständig benehmen." Seit Wochen ist die Polizeiakademie nach mehreren anonymen Briefen in den Schlagzeilen. Darin beklagen angebliche Polizisten unhaltbare Zustände an der Akademie. Viele Polizeischüler seien frech, Lehrer überfordert, es gäbe Sexismus und türkischen Nationalismus. Auch wurde behauptet, dass die Polizeischule systematisch von der Organisierten Kriminalität unterwandert werde.

Skandalschmiede Polizeiakademie

Schüler der Berliner Polizeiakademie sollen in Spandau randaliert haben. Der Polizeipräsident will dem Vorfall auf den Grund gehen.
Skandalschmiede Polizeiakademie

Untersuchungsbericht zur Polizeiakademie wird erwartet

Beweise für die Anschuldigungen wurden allerdings nicht geliefert. In einer Sondersitzung des Innenausschusses hatten sowohl die Polizeispitze als auch Innensenator Andreas Geisel (SPD) die Vorwürfe als nicht belegt zurückgewiesen und eine interne Untersuchung angekündigt. Nach Angaben von Innensenator Geisel ist der Untersuchungsbericht der Polizei zu Problemen mit einigen Auszubildenden an der Akademie nun abgeschlossen. Er erwarte den Bericht an diesem Mittwoch. Noch in dieser Woche soll der Bericht nach Informationen der Berliner Morgenpost den Fachpolitikern der Fraktionen zugestellt werden. Am kommenden Montag ist er dann Thema im Innenausschuss der Abgeordnetenhauses.

Um die Kommunikation in der 24.000-Mitarbeiter-Behörde zu verbessern, ¬wurde ein interner Blog eingerichtet, in dem Mitarbeiter auf Fehlentwicklungen hinweisen können. Am Dienstag verzeichnete er bereits 83 Einträge mit 234 Kommentaren. Viele der Einträge beschäftigen sich mit den Umstrukturierungen an der Akademie. So wurde etwa das System von Zug- und Gruppenführern abgeschafft und durch ein Klassenlehrer-System ersetzt. mit dpa

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